Archive for the ‘Leben’ Category
Das Seminar ist vorbei, das Konzert ist vorbei. Morgen gibt es noch ein ein „interessantes“ Meeting. Mein Paper muss ich noch korrigieren. Es wäre eigentlich schon weg, doch die Deadline wurde um eine Woche verschoben und ich hätte nicht einmal registrieren können, obwohl ich es geschafft hätte.
Es ist dreimal überprüft worden, wobei eine englische Freundin die schärfste Kritikerin war. Immerhin war sie einmal Chefredakteurin des Magazins einer der angesehendsten Unis in Washington D.C.
Jene Korrekturen muss ich noch einarbeiten.
Und dann werde ich im Juni auch einiges zu tun haben, doch der Termindruck wird sich in Grenzen halten.
Alles ist gut gegangen und unsere Wohnung haben wir auch noch vermieten können, bevor ich nach Belgrad abgedampft bin.
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Ich stelle nur fest, dass mir manche Leute ziemlich auf den Hammer gehen und dass ich mich nicht überwinden kann, sie zu begrüßen, obwohl es sich gehörte. So z.B. der österreichische Botschafter in Serbien. „Slicke“ Diplomaten sind mir inzwischen ein Gräuel geworden. Dafür habe ich feststellen können, dass es unheimlich nette und hilfsbereite Menschen gibt. Nicht dass ich selbst Hilfe notwendig hätte, (zur Zeit glücklicherweise nicht) doch ich kann ihre Gesinnung spüren und das tut gut.
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In den letzten Monaten spüre ich eine Veränderung in mir. Ich bin ruhiger geworden – trotz der manchmal scheinbaren Hektik. Ich bekomme ausreichend Anerkennung, von der ich anscheinend doch sehr abhängig bin. Ich gebe das zu. Ferüher wollte ich mir das nicht eingestehen.
Ich genieße freie Minuten. Ich kann auch drei Stunden lang nichts tun. Das iPad verwende ich nur selten beruflich, dafür schaue ich mir jetzt alte Filme damit an.
Und natürlich wird im Juni auch wieder etwas mit 2041 weitergehen.
Die Geburtstage der Kinder werden noch gefeiert werden. Und vielleicht schaffe ich es, noch Tickets für den speziellen Luxuszug von Wien nach Mürzzuschlag am Vatertag zu bekommen. Mal sehen.
Nachwievor bin ich gelassen. Wenn ich abtrete, werde ich sagen können: nichts Wesentliches versäumt, nichts aus Feigheit verweigert, das Leben wurde genossen.
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Was will man mehr?
Eigentlich besteht bei bestimmten Ereignissen die Gefahr, dass man danach in ein Loch fällt, wenn die Anspannung nachlässt. Da ich aber heute schon um 5 Uhr aufgestanden bin, um noch ein Dokument fertigzustellen, das heute eingereicht werden muss, ist die Gefahr nicht allzugroß. Morgen geht es dann sowieso schon wieder mit „echter Arbeit“ (Seminar) weiter.
Anscheinend hat es sich ausgeregnet. Die Sonne strahlt hier in Belgrad und hilft mir, gute Laune zu haben, obwohl das normalerweise nicht die Zeit ist, zu der ich gerne arbeite.
Prinzipiell halte ich es nicht für besonders, wenn der innere Schweinehund nicht überwunden werden kann und der ganze Tag mehr oder weniger unproduktiv verläuft.
Und dann arbeite ich in der Nach in fünf Stunden das Pensum von gut drei Tagen auf.
Ich könnte also wesentlich mehr leisten. Oder vielleicht auch nicht. Vielleicht ist es eher eine Rückkehr zum Arbeitsdurchsatz vor 42 Jahren.
Immerhin habe ich 3 Stunden Klavier geübt. Und das muss ich wohl, weil am Samstag das Konzert ist. In Bezug auf Mozart und Beethoven fühle ich mich halbwegs sicher. Aber den Schubert zum Schluss habe ich noch kein einziges Mal ohne Konzentrationsfehler hin bekommen.
Dabei habe ich den früher schon auswendig gespielt.
Aber jetzt gehe ich schlafen …
Früher haben mir manchmal Freunde attestiert, dass ich etwas nur entweder ganz oder gar nicht mache. Und dass ich aus dem Stand auf 100 (was auch immer) beschleunigen würde.
Diese Zeiten sind vorbei. Ich komme von mehreren Reisen zurück und beschließe, in der Karwoche frei zu nehmen. Urlaub. Das bedeutet, dass ich dann nur mehr 2-3 Stunden im Tag arbeite. (Also Arbeit, die meinem Job angerechnet werden kann.) Ich habe quasi Bereitschaft.
Eigentlich wollte ich heute mit dem Rad herumfahren, doch momentan regnet es. Es schaut überhaupt nicht freundlich aus.
Zu tun gibt es genug, aber selbst nach einer halben Stunde Klavierspielen bin ich wieder müde und mag mich nicht mehr anstrengen.
Natürlich gibt es ein paar Herausforderungen. Das serbische Projekt, bei dem ich mir jetzt keine Blöße geben mag. Und eine Konferenz, von der ich erst letzte Woche erfahren habe. Ich werde ein Paper vorbereiten und hoffe, dass es genommen wird. Die Konferenz ist nämlich in Karlskrona. Ich war noch nie in Schweden, geschweige denn in einem so kleinen Ort. Die Konferenz wäre im August, also in der schönen Jahreszeit. Bis Mitte Mai muss ich ein Paper eingereicht haben. Mal sehen.
Und der fachliche Vortrag mit Klavier steht an. Ich muss das Abstrakt verfertigen und einen Termin (Ende Mai) auswählen. Das wird Spass machen.
Wahrscheinlich werde ich in ein paar Tagen auch wieder voll munter sein.
Gestern habe ich im Fernsehen Vera Russwurm im Interview mit der Forcher-Familie gesehen. Das ist nicht unbedingt eine Sendung, die ich als mein Programm einplane. Aber es ist erfreulich, zu sehen, wie gut jemand mit 86(?) Jahren drauf sein kann. 55 Jahre ist er mit seiner Frau verheiratet. Die beiden haben zusammen so einiges im Leben zusammen gearbeitet. Auch jetzt ist sie im Hintergrund dabei, wenn er seine Sendungen über „Klingendes Österreich“ vorbereitet. Sein Sohn war auch dabei, der über die Kindheit und Sepp Forcher als Vater gesprochen hat.
Es gab eine Frage: würden Sie einen Augenblick in ihrem Leben noch einmal erleben wollen? Die Frau sagte, dass sie den Augenblick, als sie das erste Mal die Annapurna gesehen hätte, gerne noch einmal erleben würde.
Annapurna
Ihr Mann meinte trocken: das tätst net derschnaufen. Er möchte nichts aus der Vergangenheit wieder erleben. (http://de.wikipedia.org/wiki/Sepp_Forcher)
Er hat ein Buch übers „Glücklich sein“ geschrieben. Sein Glück besteht aus vielen kleinen Glücksmomenten.
Mir gefällt der Ausdruck, Glück ist das Destillat der Zufriedenheit. Das kann ich voll unterschreiben.
Ich frage mich, ob ich einen Augenblick wieder erleben möchte. Mir fielen zwar einige ein, die der Betrachtung wert wären, aber ich verneine auch. Obwohl ich manchmal zu sehr in der Vergangenheit zu schwelgen scheine, bin ich nach wie vor auf die Zukunft ausgerichtet. Da gibt es noch so einiges, was zu „erledigen“ ist.
Aber mein derzeitiges Glück besteht darin, dass ich das Gefühl habe, sterben zu können ohne mir ein Versäumnis vorwerfen zu wollen.
Ich hätte vieles besser und anders machen können. Doch mein mäandrierender Lebensweg gefällt mir auch im Nachhinein.
Darin besteht mein Glück.
Jahre verheiratet – kann man wohl in Florenz feiern. Enoteca Pinchiorri. Ein Abenteuer …
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Ok, der vierte Tag ging auch noch sehr gut. Angenehme Rückmeldungen am Ende des Tages.
Jetzt muss ich noch die Rede für morgen üben. Und dann geht es nach Hause. Habe gerade übers Internet eingecheckt und entdeckt, dass ich mir für den Rückflug Business Class gegönnt habe. Was für eine erfreuliche Überraschung.
Ich bin ja sonst zu geizig dafür. Aber nach dieser Woche habe ich sie wohl verdient.
Und dann sehen wir einmal morgen(1), samstags, was wohl die deutschen Blogger machen:)
Offensichtlich werde ich alt. Nach drei Tagen Seminar zeige ich leichte Ausfallserscheinungen – sprich ich bin müde. Jetzt noch ein Tag Hochleistung und dann am Freitag 10 Minuten auf der Konferenz reden.
Aber immerhin habe ich heute den Kontrakt unterzeichnet, Rechnungen abgegeben und die Gehälter unterschrieben.
Alles in allem also gar nicht so schlecht.
Und die Anfragen über die nächsten Seminare sind auch schon da…
http://orf.at/stories/2213348/2213346
Der Artikel in ORF-online mokiert sich über einige Kleinigkeiten. Die Basis ist allerdings meiner Meinung nach recht ordentlich.
Der Bericht über Österreich findet sich Österreich (pdf).
Man darf kleinere Ungenauigkeiten nicht so genau nehmen. Schließlich hat auch Bernhard Shaw gesagt, dass Amerikaner kein Englisch sprechen.
Dass die Verfasser der Studie glauben, dass man im Burgtheater Dialekt spricht und nicht Deutsch klingt lustig.
Aber mit Englisch haben sie selbst ja auch ein Problem:
Zitat:
„With 154.8 mobile telephones per 100 inhabitants Austria has the
third highest mobile phone density in Europe behind Finland in Italy.“
Das „in“ sollte natürlich „and“ heißen. Aber wahrscheinlich schreiben die Engländer auch nur in irgendeinem lokalen Dialekt. Ich schreibe das hier, weil es eine pdf-Datei ist, die nur aus Bildern besteht. D.h. die Suchfunktion würde „Italy“ nicht finden. Weiß der Teufel, was die für ein pdf-Export-Programm benützt haben.
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Aber im allgemeinen sind die Daten recht vernünftig und zeigen, dass es uns wirklich gut geht. (Wenn das einmal nicht von unseren Politikern sondern von extern behauptet wird.)
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Was im Bericht als typisch österreichisch hingestellt wird, beunruhigt mich nicht besonders. Lauter Eigenschaften, auf die ich im Prinzip stolz wäre, selbst wenn sie zuträfen:)
Eigentlich geht es mir sehr gut. Trotzdem hat meine Frau gefragt, ob ich irgendwelche Beschwerden habe, weil ich einen bedrückten Eindruck mache.
Meine Bedrückung rührt von einem Channel-Choke.
Vorzubereiten sind:
1) Präsentation für den 29.1.2014
2) Präsentation für den 28.3.2014
3) Offert für Workshop Serbien
4) Paper für 4/2014 – da muss ich noch recherchieren, aber langsam wird die Zeit knapp
5) Schulungsvorbereitung für Bulgarien
6) Arbeitsplanung für Serbien
7) Die Reisen definitiv buchen
Ist alles machbar und nicht unbedingt unangenehm. Am wichtigsten wären 3) und 4). Aber irgendwie will ich jetzt „in den Ferien“ nicht arbeiten. Ich weiß aber, dass heute und morgen die beste Zeit wäre, um ungestresst Recherchen zu betreiben.
Vielleicht werde ich etwas Rad fahren. Es ärgert mich, dass ich gewichtsmäßig tatsächlich auf Höchststand bin. (der von September 2013)
Naja, mal sehen…
