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Heute abend ist es mir zwischen 19:30 und 21:00 nicht so gut gegangen. Die Wirkung der Spritzen hat nachgelassen, aber ich hatte kein Schmerzmittel genommen.
Gestern hatte ja auch eines gereicht. Heute fühlte ich mich so sicher, dass ich darauf vergaß, beim Zahnarzt zu fragen und meine Mittel hatte ich im Hotel.
Ursprünglich hieß es ja: vier Zahnderln werden gemacht.
Als ich dann nach dem dritten frohlockte: jetzt kommt der letzte, hieß es „noch zwei“. Soviel Serbisch verstehe ich nämlich mittlerweile schon. „Josch dwa“
Na gut, beim 4. bin ich dann weggenickt und erst wieder aufgewacht, als der 5. schon fast so gut wie fertig war. Ich hatte nicht einmal bemerkt, dass ich inzwischen vermutlich noch eine weitere Spritze bekommen hatte. (Geschnarcht habe ich sicher nicht, dafür wird der Onkel Doktor schon gesorgt haben:)
Und dann wurde noch einmal der schlechteste Zahn von gestern (ohne Betäubung) aufgemacht. Aber das ging wirklich fast schmerzlos, nur ein bis zwei Zucker meiner Beine. Ich hatte ein gutes Gefühl dabei, weil noch einmal Medizin in den Zahn kam und er sich danach auch wieder sehr solide anfühlte.
Aber jedenfalls saß ich fast drei Stunden am Stuhl. Das waren gefühlte 2,25 Stunden, weil der Onkel Doktor dann bestätigte, dass ich 45 Minuten geschlafen hatte.
Das soll mir einmal einer nachmachen. Während der Abschlussarbeiten dachte ich nur darüber, ob ich den Satz: „Könnte es sein, dass ich geschlafen habe?“ auf serbisch schon sprechen könnte. Das Partizipium von Schlafen hab ich nicht ganz zusammengebracht. Da sollte man nämlich noch den Aspekt hineinbringen.
Aber „alles hat ein Ende“ habe ich dann doch noch zusammengebracht, denn diesen Text kenne ich vom Fernsehen aus der Werbung für „six feet under“.
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Was ich wirklich für bemerkenswert halte, ist der Umstand, dass ich bei der ganzen Geschichte recht viel Serbisch höre und lerne. Der Arzt und die Assistentin plaudern munter dahin und ich kann zumindest schon die Themen erraten, wenn sie sich über die Schulen der Kinder unterhalten. Es ist eine etwas merkwürdige Form von „total immersion“. Ich bin im Sessel untergetaucht, darf selbst nichts reden, bzw. kann nichts reden, doch meine Ohren sind auf Empfang gestellt.
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Morgen kommt der eigentliche Hammer: die Kieferoperation für die Implantate.
Sehr war der Ratschlag heute, sechs Stunden vor der OP nichts mehr zu essen, was ja eher normal ist. Aber auch vorm Trinken wäre abzuraten, weil die Geschichte wird drei Stunden dauern und während dieser Zeit werde ich mich nur schwer zum Nase pudern entschuldigen können.
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Damit die Geschichte aber nicht nur nach den typischen Krankengeschichten der alten Leute klingt, kommt jetzt noch ein kleiner Erfolgsreport.
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Nein, ich habe noch nicht einen unterschriebenen Kundenauftrag.
Ja, ich habe eine Wohnung und ein Office. Und diese sind nach einigen Besichtigungen und Verhandlungen jetzt doch dort angesiedelt, wo ich ursprünglich hinwollte: die Wohnung in GENEX APPARTMANI, wo auch z.B. die österrreichische Außenhandelskammer und die japanische Botschaft residiert. Das Office befindet sich gleich im Nebengebäude, dem „kleinen Turm“, wo sich hauptsächlich DELTA GENERALI befindet. Back to the roots könnte man sagen.
Aber es wird ernster und ernsterer!
Die Mutter des Dreijährigen, der von einem 26-Jährigen umgebracht wurde, wird angeblich auch unter Anklage gestellt. Vernachlässigung der Obsorge oder ähnlich.
Die Mutter tut mir leid. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, selbst geschlagen zu werden und trotzdem den Mann im Haus zu behalten, ihm das eigene Kind anzuvertrauen, wenn ich weiß, dass er gewalttätig ist. Da muss viel andere Verzweiflung und Druck aufgebaut worden sein – oder auch unbeschreibliche Angst, dass hier kein rechtzeitiger Ausweg gefunden werden konnte.
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Frauen können aber genauso gewalttätig werden. Wobei die Gewalt gegenüber ihren Männern schon Teil von Untersuchungen geworden ist.
Aber es gibt Gewalt gepaart mit Dummheit verursacht durch fehlendes Verständnis und/oder einfach Idiotie.
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Ich beobachte eine Frau am Fahrkartenautomaten der ÖBB. Sie will ein Retourticket kaufen. Sie drückt die entsprechenden richtigen Berührfelder am Schirm, es kommt die „Busy“-Anzeige, die ihr aber zu lange dauert. Sie wiederholt das Drücken der gewünschten Funktion. (Das kann – muss aber nicht unbedingt – bedeuten, dass der Vorgang neu gestartet wird. Man kann auf diese Weise den Automaten immer beschäftigt halten, ohne je auf einen grünen Zwei zu kommen.)
Nach dreimaliger Wiederholung prügelt sie auf den Bildschirm ein und tritt gegen den Rahmen des Automaten.
Die Frau ist ca. 50. Sie ist wahrscheinlich keine Computer-Benützerin. Sie stellt sich wohl vor, dass im Inneren des Automaten ein kleiner Mensch sitzt, der an der „Busy“-Anzeige kurbelt und nicht weiter tut.
Irgendwann startet sie ganz von vorne und das Spiel wiederholt sich. Ich bin mittlerweile begeistert wie robust der Touch-Bildschirm ist. Nach drei Minuten hat sie es geschafft.
Ich brauche zwar nur das einfache Ticket, aber das kommt problemlos nach 17 Sekunden heraus. (Ich stoppe extra, weil es mich einfach interessiert.)
Technisch gesehen war der Automat tatsächlich langsam, was allerdings nur an der Online-Verbindung zu liegen scheint. Offensichtlich werden bestimmte Inhalte der Verbindungen nachgeladen. Er war aber nicht übermäßig langsam.
Sozial gesehen habe ich mich gefragt, ob ich die Frau aufklären soll. Während ihrer Automatenprügeleien wollte ich nicht dazwischen reden, sonst hätte vielleicht ich eine abgekommen. Nachher habe ich noch kurz überlegt, aber dann Abstand genommen, mich zu bemühen. Sie hätte mich in ihrer Gemütslage höchstens als Besserwisser oder als Vertreter ihres „Feindes“ beschimpft.
Ehrlich gesagt kann ich ihre Aufregung verstehen. Ich bin manchmal ebenfalls von den Dingern frustriert. Aber mir würde nie einfallen, gegen den Automaten gewalttätig zu werden – nicht einmal, um mich abzureagieren.
Sollte die Frau aber einmal ein Enkelkind erschlagen, werde ich mich fragen müssen, ob ich eingreifen hätte sollen. Vielleicht hätte ich sie anzeigen sollen – auf Verdacht zur Gewalttätigkeit.
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Wie können wir in der heutigen Zeit zwischen vernünftiger Anteilnahme und Vernadertum überhaupt manövrieren?
Ich weiß es nicht.
Es machen sich ja viele über Facebook lustig und rümpfen die Nase. Und sie rümpfen auch die Nase darüber, dass man überhaupt auf Facebook eingetragen ist.
Und wie viel Zeit dabei doch draufgeht. Also ich kann bestätigen, dass ich heute sicher eine Stunde mit Facebook verbracht habe. Ein kleines Gespräch mit einer Bekanntschaft und einen Beitrag, den ich nicht kopieren und einfügen konnte, sondern ihn selber abtippen musste.
Und dann habe ich pro Tag ungefähr 20 Verständigungen darüber, was jemand Neues gepostet hat. Das sind in der Regel maximal 5 Personen, nicht immer dieselben. Das Ansehen dauert maximal 2 Minuten außer ich möchte etwas Längeres kommentieren.
Ich könnte natürlich auch jetzt schon schlafen gehen, statt diesen Artikel zu schreiben.
Aber ich möchte doch eines feststellen: Facebook kann mir durch die Freunde, die als Freunde vermerkt sind, (mit unterschiedlichen Nahheitsgraden) eine ganz bestimmte Freude vermitteln.
Ich kenne fast alle „Betroffenen“ persönlich. Die rein virtuellen Bekanntschaften sind so entstanden, dass ich mit den Mitteilungen dieser Personen so viel anfangen konnte, dass ich tatsächlich Freundschaftsanfragen verschickt haben.
Aber ich lasse die jetzt einmal außen vor. Wenn ich mir meine „Freunde“ ansehe, empfinde ich Genuss und Freude daran, wie unterschiedlich diese als Menschen sind. Ich kenne sie aus verschiedenen Lebensphasen und Umgebungen meines Lebens. Teilweise sind sie so unterschiedlich, dass es faszinierend ist, wie viel mir die Kommunikation bedeutet, selbst wenn sie nur vier mal im Jahr stattfindet.
Manche leben in anderen Ländern, wodurch ein Treffen erschwert erscheint aber manchmal trotzdem stattfinden kann.
Und ich gehöre zu den Menschen, die immer lernen wollen. Und von fast jeder Person, und von jedem der als Freund(in) eingetragenen Personen konnte ich lernen. Manchmal reicht es, mich zu erinnern. Und ich komme auf neue Ideen.
Und so betrachtet könnte ich auch ein kleines Notizbüchlein führen, doch Facebook nimmt mir diese Aufgabe ab und führt sie auch dann aus, wenn ich selbst gar nicht so „organisiert“ angelegt bin.
Ich bin bei anderen social networks eingetragen. Doch die sind eher beruflich organisiert. Die größte Diversität finde ich unter meinen Facebook-Freunden.
Cheers!
Jetzt schaue ich dem dritten Abend in Sofia entgegen. Ich fühle mich gut, mehr noch, ich genieße diese Dienstreise.
Sie ist unterschiedlich zu den Dienstreisen, bei denen ich auf einer Konferenz rede. Sie ist unterschiedlich zu den Dienstreisen nach Belgrad, bei denen ich von einer Heimat in die andere reise. Ja Belgrad ist so etwas wie ein zweites Zuhause geworden. Ich fahre nur mit dem Aktenkoffer nach Belgrad, weil ich dort alles Notwendige vorfinde.
Doch hier musste ich einen Koffer auspacken und mich auf eine kurze Zeit im Hotel einstellen. Sehr nettes Hotel. Vier Sterne und alles verfügbar, was man braucht. Es hat keine Sauna, was der einzige Abstrich an Komfort ist. Doch ist es nur zwei Straßenbahnstationen von der Firma entfernt, bei der ich meine Schulungen halte.
Jetzt genieße ich gerade eine kleine Pause, während meine „Schüler“ arbeiten.
Nachher bin wieder ich dran, muss korrigieren, ergänzen und Schwerpunkte setzen. Aber ich fühle mich gut, weil wir heute mit einer praktischen Arbeit anfangen, die später zu ihren Routine-Jobs gehören wird. Ich fühle mich gut, weil ich sehen kann, dass sie gerne arbeiten.
Sie lachen und machen Scherze und strengen sich sehr an. Ich habe einen Ausbildungsplan, der schon einmal sehr gut funktioniert hat (damals vor 2,5 Jahren in Serbien) und er scheint jetzt ebenfalls gut zu funktionieren. Er beinhaltet kleine Geschichten aus meiner Berufserfahrung. Und heute gab es einen Artikel über 10 alte Technologien, die heute nicht mehr bekannt sind. Ich mag es, wenn ich den Leuten ein Gesamtbild vermitteln kann. Ich versuche ihnen, ihre Arbeit schmackhaft zu machen. Ich glaube, dass es mir teilweise schon gelungen ist.
Wie gesagt, ich fühle mich gut.
Nicht zu vergessen: es ist relativ kalt, aber die Sonne scheint hier in Sofia.
Draußen ist es heiß, im Haus ausreichend kühl. Ich arbeite etwas am Computer, zwischendurch mache ich Pause und sehe, ob es einen alten Film im Fernsehen gibt.
Beim Zappen komme ich auf eine Reality-Show. Reality-Shows sind heutzutage so schlimm, dass ich Depressionen bekommen könnte. Wenn dann eine noch mit „die strengsten Eltern auf der Welt“ betitelt ist, habe ich keine Lust dabei zu verweilen.
Doch irgendetwas hat mich festgehalten. Der Stil der Show ist wie üblich durch einen Kommentator geprägt, dessen selbstüberzeugter Tonfall mich fortjagen könnte. Doch das Konzept ist interessant: schwer erziehbare Kinder kommen für zwei Wochen zu Pflegeeltern nach Kenia.
Wie es scheint, bewirken die Pflegeeltern (ein Mann mit Frau und Nebenfrau) ein wahres Wunder. So richtig streng erscheinen sie mir gar nicht. Dass die beiden Kuhdung aufsammeln müssen, ist zwar eine normale Tätigkeit, (Er wird als Baumaterial verwendet) erscheint aber für die Siebzehnjährigen als eine Zumutung. Dass man ihnen die Zigaretten weg nimmt, ist hart. Mit dem Essen klappt es auch nicht so ganz.
Was sehr eindrucksvoll und glaubwürdig dargestellt wird, ist das Verständnis von Selbstverständlichkeit, dass die Kinder von ihrem gewohnten Leben in Deutschland haben. Anfänglich ist ihnen nicht bewusst, in welchem Luxus (auch im Rahmen von Durchschnittsfamilien) sie in Deutschland aufwachsen. Sie können sich nicht vorstellen, warum die Massai glücklich sind. Aber sie erleben Zuwendung, Interesse und am Ende der vierzehn Tage kehren sie (doch) etwas geläutert zurück. Im TV scheint es sich auch um eine nachhaltige Entwicklung zu handeln.
Im Gegensatz zu fast allen anderen Reality-Shows sehe ich in dieser ein großes Stück Wahrheit verpackt: nicht-materielle Werte können durch eine Verlegung des eigenen Lebensbereichs sehr gut übermittelt werden. Wie gut es einem selbst eigentlich geht, kann man auch daran lernen, wenn man glückliche Menschen erlebt, die viel, viel weniger haben als man selbst und viel schwerer arbeiten müssen.
Ich nehme nicht an, dass es das Programm in Wirklichkeit gibt. Aber die Idee hat etwas für sich.
Nachdem dieses Wochenende ja einem Arbeitsworkshop in Maria Taferl gewidmet war, sitze ich jetzt bereits wieder im Zug von St. Pölten nach Salzburg und fühle mich wohl.
Morgen wird zwar ein schwerer Tag werden, aber das gehört schon mal zu meiner Arbeit dazu.
Das Schachner-Hotel in Maria Taferl (http://www.hotel-schachner.at)
empfehle ich gerne weiter. Schönes, großes Zimmer mit Terasse und Ausblick auf die Donau, Tempur-Matratze und ausreichender Anzahl von Steckdosen. Mit allem Rund-herum würde ich es als 5-Stern-Hotel zu einem Preis betrachten, für den man in Wien nicht einmal 3 Sterne bekäme.
Obwohl das Gourmet-Restaurant noch nicht geöffnet hatte, war auch die „normale“ Küche vom Feinsten. Dazu kommt noch ein luxuriöser Wellnessbereich. Wenn man sich so wohl fühlen kann, denkt es sich gleich besser.
Die Bilder habe ich nur am Handy, die kann ich jetzt noch hereinstellen, aber auf der Homepage kann man sich ja ungefähr ein Bild machen.
Mir war es zu diesem Anlass möglich, meine Geschäftsideen vorzustellen und sie scheinen gut aufgenommen zu werden. Was es unter anderem bedeutet, sind noch viel mehr Dienstreisen. Aber ich betrachte dies jetzt alles gelassen, weil ich momentan das Gefühl habe, alles im Griff zu haben. Ich hoffe, ich kann mir diesen Eindruck erhalten.
Ein bisschen werde ich an mein Arbeitsleben erinnert, als ich wirklich vierzig war. Damals ging es mir so richtig gut und damals haben wir auch unser Haus renoviert, wie es von außen auch heute noch so aussieht.
Aber vor allem hat sich eines geändert: ICH LAUFE NICHT MEHR IRGENDWAS NACH.
Heute lese ich beim Frühstück die Presse und habe dabei ein sonderbares Deja-vu-Erlebnis. Obwohl es eigentlich mit Deja-vu nichts zu tun hat.
Auf der linken Seite gibt es einen Artikel über den ersten Türken, der in Österreich „sub auspiciis presidentis“ promoviert hat. (hier)
Es wird erklärt, was es mit dieser Auszeichnung auf sich hat. (Ich muss ganz schön blöd gewesen sein, mein Studium abzubrechen, denn bis dahin hätte ich die Bedingungen erfüllt. Genauso hatte ich mich meine Diplomarbeit zu einer Assistentenstelle gebracht. Etc. etc.)
Ich freue mich für den „Kollegen“, denn er hat auch Nachrichtentechnik studiert. Er beschreibt sehr gut die Schwierigkeiten, überhaupt ins Gymnasium zu kommen anhand seines Bruders.
Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es einen Artikel über die Karriere-Aufstiegschancen. (hier)
Die Grafik, welche die Zusammenhänge darstellt, habe ich zuerst überhaupt nicht verstanden. Bin ich zu blöd, um eine statistische Darstellung zu verstehen, mit deren Form ich oft konfrontiert werde.
Nein, ich habe meine Schwierigkeit kapiert. Auf beiden Achsen wird das Ordnungsprinzip verletzt. Normalerweise liegt der Schnittpunkt der Achsen auf 0/0. Der Wert, der entlang der Achse dargestellt wird, sollte normalerweise zunehmen, ge weiter man nach rechts oder nach oben wandert.
Bei dieser Grafik ist es umgekehrt. Daher liegen die nordischen Länder, die den „positivsten“ Fall darstellen, ganz in der Nähe des Nullpunkts.
Ich weiß schon, dass diese Quadrantengrafiken kein numerisches Ordnungsprinzip kennen. Aber es zeigt mir wieder, wie schwach das mathematische Verständnis mancher Soziologen ist, welche die Ergebnisse dargestellt haben. (Quelle: irgendwo in Ottawa)
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Aber was soll’s? Wen interessiert das Thema schon wirklich?
Es geht übrigens um den Gini-Koeffizienten…
Moskau-Geschichte:
nur für spezifische Adressaten
– oder alt und senil …
Ich bin es gewohnt, bei jeder Reise etwas zu vergessen. Manchmal ist es ein Kamm, dann eine Sonnenbrille, eigentlich nie etwas, was ich unbedingt benötige.
Einmal hatte ich sogar meinen Laptop zuhause vergessen und dann am Flughafen entschieden, dass es auch ohne gehen müsse. Das tat es auch. Ich kann von überall und mit jedem Computer arbeiten. Mittlerweile sogar mit einem – ähem – Aplle-ipad air.
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Doch heute musste ich wirklich an mir zweifeln. Als ich auf der Bank war und den Kontostand abfragen wollte, fand ich meine Bankomat-Karte nicht. (Dass ich telebanking nicht nütze, hängt mit meinem Beruf zusammen. Ich bin nicht übermäßig paranoid aber von berufs wegen mit den Missbrauchsmöglichkeiten zu stark vertraut. Ich soll sie ja auffinden.)
Da ich auch meine Mastercard nicht fand, hatte ich sofort eine recht plausible Erklärung zur Hand. Während meiner Reise nach Rom hatte ich die beiden Karten, die für mich die wichtigsten Geldträger sind, speziell verstaut. Und jetzt musste ich die Vermutung hegen, dass ich sie in Belgrad gelassen hatte, dort wo sie gut versteckt waren.
Das wäre an sich kein Unglück. Ich konnte mir nur nicht vorstellen, dass ich die Karten nicht wieder an die üblichen Orte verstaut hatte. Als ich mit dem Fahrrad von der Bank nach Hause hier in Brunn zurück fuhr, kam es mir immer unplausibler vor. Immerhin hatte ich in Belgrad noch einmal mit der Mastercard gezahlt.
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Tatsächlich fand ich dann in meinem Portemonnaie noch ein zusätzliches Einschubfach, in dem die beiden Karten aufbewahrt waren. Also Alarm zurück.
Unangenehm bleibt lediglich ein Gefühl zurück, dass ich doch relativ lange gebraucht habe, um den Hergang während der letzten drei Tage zu rekonstruieren.
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Fazit: mein leichtes Leben ist vorbei. Ich muss mich an genaue Abläufe halten und langsamer agieren. So wie halt jeder andere auch. Nur bedeutet das eine Veränderung meiner Persönlichkeit. Ich war spontan, schnell, entscheidungsfreudig. – Und jetzt soll ich immer erst vorher nachdenken?
– sprich der Lokführer – ist schuld.
Bei allen Berichten über das spanische Zugsunglück lese ich das an der Stelle des Zugunglücks das ältere ASFA-System eingesetzt ist, aber die Hochgeschwindigkeitsstrecke mit ERTMS ausgestattet ist.
ERTMS ist eine Zugbeeinflussung, die den Zug abbremsen kann, auch wenn der Lokführer einen Herzinfarkt oder sonstigen Ausfall erlitten hat.
Nur muss dieser Abbremsvorgang schon lange (4km) vor der Schnittstelle der beiden Systeme einsetzen. Wenn der Lokführer selbst nicht schon abbremst, muss das Sicherungssystem der Hochgeschwindigkeitsstrecke entsprechend eingreifen.
Jetzt kann man sich fragen, warum bisher nichts passiert ist. Die Lokführer haben eben aus Gewohnheit selber gebremst, weil das vermutlich schon von den Streckensignalen her vorgegeben ist. Möglicherweise hat sich der Lokführer des Unglückszug sogar darauf verlassen, dass der Zug wohl so schnell fahren darf, wenn das Sicherungssystem nicht eingreift. Dass er dann beim Tunnelausgang über die hohe Geschwindigkeit erschreckt war, glaube ich ihm. Da wird ihm die Tragweite seines Irrtums bewusst geworden sein.
Persönlich glaube ich aber, dass es ein Software- oder Spezifikationsfehler im Sicherungssystem ist. Oder auch die Konfiguration hat nicht gestimmt. Wenn das Überwachungssystem einen Endpunkt hat, muss das System so eingestellt sein, dass an dieser Stelle der Zug nicht schneller als einen vorgegeben Wert fährt. Im vorliegenden Fall wäre der 80km/h. Es muss daher eine Bremsrampe schon viel früher den Zug abbremsen.
Ist das je getestet worden?
Abgesehen von technischem Versagen müsste der Lokführer das System übersteuert haben. Das glaube ich nun doch nicht, dass das ein erfahrener Lokführer tun würde, selbst wenn er einem Alonso nacheiferte.
Vermutlich trifft ihn eine Teilschuld. Aber wenn das Sicherungssystem zugelassen hat, dass der Zug ohne Warnung im Tunnel noch 200km/h fahren durfte, dann sind wohl noch andere schuld.
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Wenn sich das herausstellen sollte, (obwohl ich nicht glaube, dass eine derartige Bestätigung an die Öffentlichkeit gelangen würde) wäre es eine wunderbare Bereicherung meiner Katastrophensammlung, die zuletzt Heathrow Terminal 5 und Fukushima beinhaltet. Menschliche Hybris und Entscheidungsträger, die von Technik nichts verstehen, lassen es zu, dass kritische Systeme ungetestet bleiben.
Die Moral von der Geschichte: getestet wird nur, wenn es ums Geld geht. Bei Menschenleben ist der Test nicht so wichtig.
Eine der Quellen, aus der ich meine „Weisheit“ beziehe. Andere schreiben genauso.
http://www.nzz.ch/aktuell/panorama/lokfuehrer-verhaftet-1.18123731
