Archive for the ‘Leben’ Category

Höhepunkt

Wer diesen Text als anstößig empfinden könnte, klickt sich jetzt am besten weg.
Manche bezeichnen ihn ja als Orgasmus. Aber das würde in diesem Fall nicht stimmen. Denn so masochistisch bin ich nun wirklich nicht veranlagt.
Aber wenn es um die Dauer geht, dann beinhaltete einen echten Höhepunkt. Fünfeinhalb Stunden.
Normalerweise hätte ich mit einer Stunde gerechnet. Und tatsächlich glaubte ich, dass nach dreißig Minuten eigentlich das Ende erreicht sei.
Mitnichten. Vielleicht erinnert sich noch jemand an den Beitrag vor wenigen Tagen, als ich über meine jugendliche Begeisterung für Modelle schrieb. Nein, keine zweibeinigen waren gemeint, sondern Häuschen, die zur Modelleisenbahn passten. Ich schrieb über das Abschmiergeln von Gussfalzen und die Schwierigkeit der genauen Verklebearbeit.
Gestern wurde ich daran erinnert. Es gab aber noch eine zweite Erinnerung. Das ist die an im Samisdat verlegte Bücher, die das Lagerleben in Sibirien beschrieben, inklusive der zuvor vorgenommenen Folter. Ich kann nicht behaupten, dass es gestern besonders schmerzhaft war. Allerdings hätte es schmerzhaft sein können und deswegen wurde ich ja auch vollgespritzt. Dreimal. Eigentlich hätten es viermal sein müssen, aber irgendwie schien einmal nicht notwendig zu sein.
Bevor ich schmunzelnd der Modellbautechnik zuschauen konnte, wurde nämlich an der Substanz Steppenhund Material abgetragen. Das ist so notwendig, wenn man aus einem Hund einen Cyborg machen will. Ich hatte zwar schon vorher etwas Titan in meiner Scrapula, (20 Jahre ist das mittlerweile her, als ich mir das Schlüsselbein gebrochen hatte) doch jetzt konnte ich mich langsam als Jaws im James-Bond-Film fühlen – Titan verstärkte Zahnsubstanz. Die diente aber anscheinend nur dazu, um den Zahn rundherum abschleifen zu können.
Das klingt grausiger als es wehtut, doch hier kommt der Gedanke an die Folter auf. Der Schleifprozess dauerte nämlich auf drei Raten aufgeteilt jeweils mehr als eine Stunde. Und dabei fiel mir auf, dass ich das Zeitgefühl verloren hatte. Ja vielmehr, dass mich die Zeit nicht mehr interessierte. Ich hätte sie an der Wand ablesen können, doch ich bemühte mich nicht mehr, die Augen aufzumachen und zu fokussieren. Ich dachte nur daran, dass es mir gut gehe. Schließlich versuchte man nicht, ein Geständnis aus mir heraus zu pressen. Also durfte ich damit rechnen, dass es irgendwann einmal aufhören würde.
Zuerst war mir ja nicht klar, was die Ruhe nach dem Sturm bedeutete. In Plastillin beißen stellte sich aus formgebende Methode für meinen Faller-Modellbau heraus. Ungefähr eine Woche werde ich nämlich mit Kunststoffzähnen herumlaufen, bis der König seine Kronen bekommt.
Das war nett anzusehen, wie der Zahnarzt neben mir liebevoll an den Plastikabdeckungen herumdrechselte, polierte und eine kleine Trennscheibe ans Acrylat ansetzte. Da ich nicht zu kontrollierend erscheinen wollte, obwohl das Zusehen richtig Spass machte, zog ich mein Handy heraus und spielte eine Partie Schach damit. Als die Zähne auf Hochglanz „geputzt“ waren und eingesetzt wurden, fragte ich mich, warum ich überhaupt teure Kronen brauchte.
Fürs Klavierspielen braucht man schließlich auch kein echtes (Elfen-)bein, es reicht ein Kunststoff.
Leider war das erst die untere Hälfte. Es ging dann noch in drei Etappen weiter.
Ursprünglich hieß es 2-3 Stunden. Ich machte noch den Scherz, dass zwei Stunden wohl in Wirklichkeit vier bedeuten würden. Schließlich läutete das Telefon und Bekannte erkundigten sich bereits, ob ich unterwegs im Taxi verschollen sei.
Tatsächlich verbrachte ich aber den Samstag, den neunten Tag im heißen Monat Juli, zweitausendundelf fast ganztägig in einer stomatologischen Ordination in einem sonnenbestrahlten Belgrad, welches eine Außentemperatur von 38 Grad hatte.
Als das Betäubungsmittel abgeklungen war, forderte ich einen Besuch eines meiner Lieblingslokale in Zemun ein, das übersetzt „Karpfen“ heißt.
Nach einer Flasche Vranac Procorde fühlte sich die Welt, d.h. in dem Fall ich mich selbst, ganz gut an. Ich bin frisch aufgewacht und werden den gestrigen Tag wohl als einen Höhepunkt in meinem Leben sehen.
Es wird noch vier Besuche geben. Die dürften aber tatsächlich weder die Länge noch die Beschwernis aufweisen. Ich warte einmal ab.

Ferientage

Ab heute sind „Ferien“. Zu Mittag verabschieden wir unsere „Kleinen“, dann werde ich ab dem Nachmittag nur mehr Vorlesungen vorbereiten, nacharbeiten, ergänzen und die Reise nach Leipzig angehen.
Ich halte die Vorlesungen während meines Urlaubes. Habe ich immer so gemacht. Ich unterstreiche mir damit selbst, dass ich es
a) aus eigenem Antrieb mache,
b) es für mich eine Befriedigung darstellt, und
c) dass ich es nicht des Geldes wegen mache. (Die Bezahlung ist rein symbolisch.)
Aber ich freue mich schon darauf und bin gespannt, wie die neuen Vorlesungen ankommen werden:
Requirements Management
ATAM Architecture Trade-off-Analysis Method
Social skills of a Software Architect

Komisch

Fühle mich echt geschlaucht. Als ich dreimal heftigst niesen musste, hatte ich einen echten Schwindelanfall und musste mich eine Minute am Einkaufswagerl beim Billa anhalten. Allerdings war ich nicht besorgt, denn durch die Tamponade ist der Luftausgleich irritiert und das dann das Gleichgewichtsorgan betroffen ist, war mir klar.
Zu Hause habe ich dann den Test auf Belastbarkeit gemacht und die Waldsteinsonate gespielt.
Geht.
Das sind ja so meine Selbsttests. Zeitmessung bei Sudokus. Bestimmte Klavierstücke. Konditionstests, wie lange ich spielen kann. Alles über eine Stunde zeigt an, dass die Nennwerte erreicht werden können.
Ein bisschen schwach fühl ich mich allerdings. Keine Ahnung, wovon. Radfahren konnte ich allerdings ganz normal.
Einfach komisch.
Bin aber vermutlich nicht mehr weltraumtauglich. Dabei hatte ich mir das immer gewünscht 🙂

Vaterfreuden

Die waren ja schon vor Jahrzehnten.
Doch morgen fahre ich nach Graz, um meiner Tochter beim Reiten zuzuschauen.
Sie scheint sich zur Spezialistin für Lusitanos zu entwickeln.
am Pferd

Beamtendeutsch

Von einem lieben Schulfreund habe ich eine ganze Sammlung bekommen:
„Besteht ein Personalrat aus einer Person, erübrigt sich die Trennung nach Geschlechtern.“
[Info des Österreichsichen Lehrerverbandes]

Handwerksarbeit

Ich habe etwas älteres Mobiliar bekommen. Heute konnte ich einem Handwerker bei der Restaurierung zusehen. Den ganzen Sonntag hat er an Bett und Sesseln gearbeitet.
Der Stuhl am Tisch bekommt gerade die Zierknöpfe.
Morgen wird noch der Tisch poliert, dann ist mein Apartment soweit einmal eingerichtet.
Man sitzt sehr bequem in den Stühlen.

fat but healthy

Today I had my control at the cardiologist whom I have been visiting since three years ago. I have lost some kilograms since my last visit, not as many as I would have liked to. But I will keep trying. Another 20 kg to go. Apart from that my health is excellent, meaning that my general state has improved heavily since my first visit. Today, there was no need for ultra-sound, my ECG was super. Now, I can die in peace 🙂
Conclusion: it is quite healthy to stop working 🙂

Treibholz-Fortsetzung

Bei rosmarin wurden neue Fragen für Treibholz aufgeworfen.
Die haben mich irgendwie angesprochen.
1. Striptease….?
Das ist nichts Besonders, nachdem ich regelmäßig in die Sauna gehe. Aber lustig war es, als ich in einer Hoteldisco nach einer Konferenz, bei der ich im Smoking teilnahm, mein Smokinghemd an einen Interessenten verkaufte. Der Preis war in Ordnung und danach war mein Tanz etwas freier.
2. Die Geschichte hinter meinem teuersten Strafzettel….
Das war eine Schnellfahranzeige, die total ungerecht war. Ich fuhr mit koreanischen Geschäftspartnern von Wr. Neustadt nach Wien. Nicht einmal besonders schnell. Nach einer Baustelle beschleunigte sich der Verkehr wieder und ich fuhr auf der dritten Spur als von hinten ein weißer Audi auffuhr. Um ihm Platz zu machen, stieg ich aufs Gas und reihte mich nach kurzer Zeit rechts ein. Der Audi auch. Winkerkelle. Ich stieg aus, die zwei Polizisten in Zivil auch. „225 mit dem geeichten Tacho.“ – Aber Sie müssen doch gesehen habe, dass ich Ihnen nur Platz machen wollte. Als sie so dicht auffuhren, bin ich höchstens 160 gefahren.“ (Damals galt schon das Limit von 130km/h) – „Ja, deswegen wollten wir sie ja nicht aufhalten, aber bei der Baustelle sind sie 120 gefahren.“
Trotzdem haben sie mich wegen 225 angezeigt. Ich habe dann noch zwei Eingaben, eine aus Japan, eine aus Korea abgeschickt, wurde vernommen. Und musste letztlich eine Strafe von 4400 ATS, ca. 600 DM bezahlen.
Die eigentliche Strafe war, dass ich mich seitdem nicht mehr traute, schnell zu fahren. Vorher war ich auf der Strecke in der Regel mit 200 unterwegs gewesen.
3. Was sollte man mindestens einmal im Leben getan haben?
Ich glaube, ich habe das schon alles gemacht. Die Diskretion verbietet es, ausführlicher zu werden.
4. Am liebsten koche ich für….?
meine Familie bei Familienfesten, wenn alle Kinder und Enkelkinder zusammen sind.
5. Wenn ich Diktator wäre, würde ich folgendes ändern…?
Bei dieser Frage passe ich. Ich würde auch nicht Gott sein wollen. Aber vielleicht würde ich ein Gesetz erlassen, dass es einem Diktator erlaubt, zehn Frauen zu haben.
6. Richtig peinlich ist mir….?
Ich kann nicht sagen, dass mir etwas wirklich peinlich wäre. Aber meinem Chef ist es oft peinlich, was ich zum Besten gebe.
7. Meine allerliebsten Schuhe….?
Das ist ja eigentlich eine Frage für Frauen, aber ich habe Lieblingsschuhe.
Und zwar eigentlich drei, von denen zwei identisch sind. Es sind Waldviertler, und zwar der Wunderschuh.
Und dann habe ich einen über zehn Jahre alten Schuh, der ähnlich im Styling ist, allerdings braun. Den hat mir eine Freundin geschenkt und ich will ihn nicht wegwerfen. Ist auch so ein halb handgefertigter.
8. Ich sammle zwar nix, aber eigentlich….?
Ich sammle Dreck. Zumindest könnte man mich wohl as Messie bezeichnen. Ich sammle nicht wirklich, aber ich kann keine Bücher wegwerfen. Und so halte ich momentan bei ca. 4500.
9. Wenn ich eine Pflanze wären, dann….?
wäre ich vermutlich eine Platane.
10. Wenn ich Künstler wäre, dann… ?
wäre ich einer der zehn besten Pianisten auf der Welt. Und wenn ich mich auf einen festlegen müsste, wäre es Friedrich Gulda.
11. Hast Du ein Lieblings-Zitat?
Ich habe eine Lieblings-Zitaten-Lieferantin. Die ist Marie von Ebner-Eschenbach. Und das beste von ihr ist: „wenn die Gescheiteren immer nachgeben, ist es kein Wunder, dass die Welt von den Dummen regiert wird.“
Ich schmeiße nichts weiter, aber wer will kann die Fragen ja aufgreifen 🙂

ohne Alarm

Der Mensch geht immer so weit, wie er glaubt, rückkehren zu können. Doch immer mehr Menschen unterschätzen ihre eigene Grenzen.
Wenn einmal die Menschheit ihre Grenzen unterschätzt, dürfen wir wieder den 21.12.2012 erleben – dann aber richtig!

Handwerksarbeit

Ich habe etwas älteres Mobiliar bekommen. Heute konnte ich einem Handwerker bei der Restaurierung zusehen. Den ganzen Sonntag hat er an Bett und Sesseln gearbeitet.
Der Stuhl am Tisch bekommt gerade die Zierknöpfe.
Morgen wird noch der Tisch poliert, dann ist mein Apartment soweit einmal eingerichtet.
Man sitzt sehr bequem in den Stühlen.




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