Archive for the ‘Leben’ Category

E.H.E.C.

Eine Hohe Erkenntnis-Chance. Das könnte EHEC bedeuten.
Statt dessen werden wir noch FHEC, GHEC und HHEC erleben, bis wir drauf kommen, dass wir uns bestimmte Schwierigkeiten ganz konsequent selbst heran züchten.

Befindlichkeit

Ich habe es schon beschrieben. Ich werde hier von der Sonne geweckt. Die Dunkelheit des Bildes täuscht, weil es draußen noch viel heller ist. Die Sonne ist jetzt schon höher. Um 7 Uhr scheint sie mit voller Helligkeit direkt ins Zimmer. Auch jetzt ist das Zimmer strahlend hell. Ich merke, wie sich meine Laune sichtlich bessert, wenn ich so geweckt werde.
Natürlich gibt es auch eine Kehrseite. Der kleine Einkaufsspaziergang – zur Shopping Mall sind es 10 Minuten zu spazieren – hat mich vollkommen schweißüberströmt zurückkommen lassen. Dabei war es da schon nach 7 Uhr abends. Gestern war es allerdings auch schwül.
Heute Nacht wurde ich erstmalig von Lärm belästigt. Irgendwo in der Nähe, die Sava ist ja nicht einmal 200 Meter entfernt, muss es einen Klub geben, der gestern Rave und Heavy Metal voll aufgedreht hat. Da ich das Fenster voll offen habe, kam der Sound doch merkbar herein. Eigenartigerweise stört mich das nicht. Hat mich schon nicht gestört, als ich noch mit meinen Eltern in Italien Urlaub machten und spät abends der Tumult von der Straße herein kam.
Jetzt mache ich mich fertig für einen hoffentlich erfolgreichen Arbeitstag.
Die Laune ist jedenfalls großartig. (Hoffentlich verschreie ich da nichts.)
Morgen geht es ab nach Wien, was auch wieder ganz nett ist. So zwischendurch einmal:)

Lichtabhängigkeit

Also meine Lichtabhängigkeit ist größer als ich angenommen habe.
Da meine Schlafrichtung hier nach Osten geht und ich das Fenster normalerweise offen habe, bekomme ich den Sonnenaufgang, eigentlich schon die Dämmerung davor, voll mit und bin unmittelbar zum Arbeiten angeregt.
Möglicherweise ist das bereits pathologisch. Aber immerhin habe ich heute bereits ganz schön viel erledigt. Jetzt geht es unter die Dusche und danach um 9:00 zum Kundentermin.
P.S. Eigentlich ist das eher ein Beitrag für facebook und zählt unter den Befindlichkeitseinträgen, die ich selbst nicht so besonders schätze. Aber vielleicht wollte ich nur noch den Zeitpunkt hinauszögern, an dem ich mich unters Wasser stellen muss:)

Selbst am Samstag

bin ich jetzt schon auf und denke ziemlich viel über den Montag-Termin nach. Noch wichtiger ist ein White-Paper, welches fertig zu stellen ich mir heute fest vorgenommen habe. Daran arbeite ich schon länger, aber ich brauche halt etwas Ruhe dazu.
Interessant war bei den Bewerbern, insgesamt drei gestern, dass sie alle lernen wollen. Und das tun sie auch um jeden Preis. Von einem dachte ich, dass er jüdisch sei, weil er Hebräisch als Sprachkenntnis hinsichtlich Lesen angab. Weit gefehlt. Weil ihn der Lehrinhalt einer Uni in Jerusalem so interessiert hat, ist er ein Jahr lang jeden zweiten Tag in ein benachbartes Dorf gefahren, weil dort ein aus Jaffa zurückgekehrter Lehrer Hebräisch-Unterricht gab. Und er wollte halt unbedingt die Online-Unterrichtsseiten lesen können.
Es gibt auch negative Überraschungen. So zum Beispiel ist einer schon 4 Jahre lang mit Testaufgaben beschäftigt, hat aber noch immer nicht kapiert, worum es eigentlich geht. Ich spreche jetzt nicht von theoretischem Wissen, das auch fehlt. Doch er entspricht durchaus dem Bild, das ich mir von manchen österreichischen Bewerbern mache.
Ein möglicher Kunde sagte gestern, dass wir das Gespräch schon vor zehn Tagen hätten führen sollen. Unser nächster Besprechungstermin ist bereits am Montag. Ohne es verschreien zu wollen – das sieht sehr gut aus.
Jetzt nach genau einem Monat nach der Firmengründung sieht die Angelegenheit besser aus, als ich sie in optimistischen Träumen erwartet hätte. Selbstverständlich wird es da noch viel Erwachen geben und der Teufel steckt bekanntlich im Detail.
Doch meine Entscheidung, diesen beruflichen Exodus zu wagen, war richtig. Daran kann kein Zweifel bestehen. Hier bin ich am richtigen Platz.

Müde

Jetzt bin ich ziemlich müde.
Es ist jetzt 21:27.
Um 7:30 aufgestanden.
Um 9:30 ins neue Quartier gewechselt, um Möbel in Empfang zu nehmen.
Tisch, 4 Sessel und ein Bett. Die werden noch bis Sonntag abend neu kunstlederbepolstert. (Bilder dann)
10:30 Obstkorb als Willkommensgruß in Empfang genommen.
11:00 Klärung einer Firmenangelegenheiten
11:30 Zu Fuß vom Quartier zum Internet-Provider. Ein paar Fragestellungen, weil ich zwar schon offiziell Boss bin, aber noch keinen Firmenstempel habe. Doch es geht auch ohne. Bis die erste Rechnung kommt, wird es auch hoffentlich schon das offizielle Firmenkonto geben. Sonst darf ich Cash zahlen. (Ich habe den Eindruck, dass die Serben beim Zahlungsverkehr ziemlich ernsthaft kontrollieren. Sonst geht alles nur mit Bezahlung vom Rechnungsadressaten und wenn der eine Firma ist, muss die Firma zahlen.)
12:00 Anruf im Musikgeschäft, ob es das Clavinova ab Lager gibt.
12:20 Geldabhebung auf der Bank.
13:30 Geldwechsel in der Wechselstube, hätte ich mir vermutlich sparen können. Der Kurs war gleich wie in der Bank, allerdings könnte es sich noch um den Unterschied zwischen Kaufen und Verkaufen gehandelt haben. Da der Dinar momentan hoch steht, habe ich etwas verloren, dafür hatten sie den Preis für das Clavinova heruntergesetzt.
14:00 Anspielen des Clavinova, ob ich noch zufrieden bin. (Es ist noch immer Gummipuppe, aber ich werde ausreichend üben können.) Noch eine Klavierbank und einen Kopfhörer dazu gekauft. Das Gerät wird morgen zwischen 14:00 und 17:00 geliefert.
Alles abgeschlossen, die zwei gebundenen Geldbündel und ein bisschen was dazu abgeliefert.
15:00 Uschtsche 1. Ein Shopping Center, dass ein Geschäft beinhaltet, dass sich home-center nennt. Was braucht der einziehende Einwohner als Grundausrüstung?
Das Bild zeigt den Einkaufserfolg von Uschtsche 1. 370 € fließen einmal in die Grundausstattung ein.

Alles nach oben tragen und mit dem Taxi wieder nach Uschtsche fahren.
16:30 Uschtsche 2. Diesmal geht es nach Idea, das wie ein Spar-Ableger wirkt. Der Supermarkt gehört aber Agrokor, einem kroatischen Unternehmen.
Jetzt werden Grundnahrungsmittel gekauft, diverseste Spül- und Waschmittel, Geschirrtücher, ein Tischtuch und Kleinzeug. Natürlich sind auch Gewürze dabei.

18:30 Jetzt wird es knapp. Noch in Uschtsche muss ich mich beeilen, rechtzeitig im Quartier einzutreffen, um den Polsterer zu treffen.
19:00 Ist sich gerade ausgegangen. Er hilf mir noch bei den 20 Kleinsäckchen, die ich habe, sie hinaufzutragen. Außerdem kommt mir meine künftige Mitarbeiterin zu Hilfe, die die Verhandlungen führt. So gut ist mein Serbisch leider noch nicht.
Bis Sonntag abend will er fertig sein
20:00 Es hat sich ausbesprochen. Morgen wird das Leder für die Bespannung eingekauft, (hellbeiges Kunstleder).
20:30 Die Nahrungsmittel habe ich schon verstaut, aber jetzt werden die Sachen, die am Tisch gezeigt sind, aufgebaut. Die Teller gehören eigentlich gleich in die Geschirrmaschine, aber ich lasse alles so stehen. Morgen wird es ein netter Anblick sein, wenn ich am Nachmittag wieder hinkomme. Davor sind noch Besorgungen zu erledigen.
21:00 Das Quartier wird verlassen. es fehlt noch Bettwäsche und die Möbel müssen erst fertig restauriert sein.
Schaut alles ganz gut aus.
Jetzt bin ich eigentlich ziemlich müde.

Erfolg auf dem Papier

Der richtige Erfolg ist erst dann gegeben, wenn es Kunden gibt und das Geld auch fallweise in die Firma und nicht heraus fließt.

Aber trotzdem:
Heute ist ein Tag zu feiern!
Die Tochterfirma meines Arbeitgebers wurde heute offiziell in Belgrad inkorporiert.
Ich bin jetzt Direktor eines serbischen Unternehmens. Die erste Dienstleistung war ungefähr 30 Unterschriften zu leisten.
Ich bemühe mich, ruhig zu bleiben. Doch irgendwie ist es schon etwas Tolles. Dass ich heute auch mein kleines Apartment übergeben bekommen habe, ist ein anderes Kapitel. Morgen werde ich Teller, Gewürze, Gläser etc. kaufen.
Möbel bekomme ich auch morgen und vielleicht geht sich auch noch die Beschaffung des Clavinova CLP-340 aus.
Und morgen bekomme ich hoffentlich auch Termine für die Rekrutierungsaktionen auf den Universitäten.
Schließlich muss ich ja auch jemanden ausbeuten können:)

Und weg

In die mittlerweile etwas vertrautere Stadt.
Dieses Mal werde ich in das Gebäude einziehen. Nur in die Wohnung, das Office ist im Nebengebäude, dessen Bild schon neben meinem Wiener Arbeitsplatz hängt. Ich habe es aber nur auf dem anderen Rechner.



Der Tisch steht nicht mehr da. Fukushima ist zur Normalität entschwunden.
Dann am 11. vom Flughafen direkt zur Konzertgerneralprobe und dann zum Konzert.
Beim A-Team gibt es die Phrase: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“
Ich liebe es, wenn das Leben dicht ist.

Wie schnell die Zeit vergeht

Nach meiner Kieferoperation hatte ich Schmerzen, die sich als Zahnweh an den Zahnspitzen äußerten. Als ich den Arzt fragte, versicherte er mir, dass das normal wäre und noch zwei bis drei Wochen anhalten könnte. Mit Schmerzmitteln sollte ich mir aber helfen können.
Vorgestern war der erste Tag, an dem ich es komplett ohne Schmerzmittel versuchte. Und seither scheine ich keine mehr zu brauchen. Heute wache ich auf und rechne die Tage nach. Die OP war am 13. 13+14 = 27 und vorgestern war genau der 27. April. Interessant, wie genau die Prognose zugetroffen hat. Fast wie bei einem Schwangerschaftstermin.

Der Korb

Heute bekam ich einen Korb. Es war ein sehr kleiner. Die Einladung erfolgte ganz spontan ohne jede Vorwarnung und daher war die Absage eher der wahrscheinliche Ausgang der Einladung.
Ich kenne auch Menschen, die ebenso spontan zusagen. Mittlerweile kann ich nämlich längerfristige Angelegenheiten relativ gut einplanen, doch momentane Freiheitsgefühle existieren eben nur sehr spärlich. Nach dem Motto: jetzt könnte man entweder nichts tun oder doch etwas – sprich die Zeit ausleben und nutzen.
Die Einladung hätte mich etwas Geld gekostet. Ich habe es so auch ausgegeben. Mein alter Fernseher, bei dem der Zeilentrafo sichtbar vor sich hinstarb, hätte es nur mehr wenige Stunden „derpackt“. (Bitte zu beachten, noch ein echtes Röhrenmodell, ca. 20 Jahre alt.)
Innerhalb von zehn Minuten hatte ich ein Ersatzmodell ausgesucht. Etwas teurer als bei Geizhals, aber sofort mitzunehmen.
Anschließen, Einstellen und Probesehen war kein Problem, obwohl ich einen sehr schlechten Empfang, der ausschließlich auf Zimmerantenne beruht habe.
Doch alle acht Programme kommen klar und ohne Störungen herein.
Was der Monitor noch alles an Anschlüssen hat, muss ich erst in der Bedienungsanleitung erforschen. Es gibt sogar eine CD dabei.
Jedenfalls funktioniert er als Fernseher wie erwartet und der alte steht schon im Garten und wartet auf den nächsten Sperrmüll.
Das nenne ich Einkaufen auf Männerart! 🙂

Lebensstandard

Ist es wohl unbestritten, dass mein Lebensstandard in Belgrad, wo ich doch etliche Zeit zubringen werde, geringer ist als in der Nähe von Wien. Eine 31m²-Garcioniere statt eines Einfamilienhauses mit Garten, vermutlich eine Clavinova (brrr, schüttel) statt eines Bösendorfers.
Heute habe ich von zuhause geträumt, von meinem Sohn, der ja im gleichen Haus wohnt, von meine Familie und von einer alternativen Realität, die sich so fortsetzen würde wie bisher.
Verändert das meine Entscheidung, es hier in Belgrad noch einmal zu versuchen?
Nein.
Der voraussichtliche Standard genügt mir. Zwar lebe ich jetzt noch im Hotel und bin etwas durch die vergangenen Eingriffe beeinträchtigt, doch in der letzten Woche sind doch einige Fortschritte erzielt worden.
Ich meine jetzt nicht die beruflichen Fortschritte, deren Ergebnisse erst in 4-5 Monaten sichtbar werden können (oder hoffentlich nicht), sondern die privaten Fortschritte.
Ich traue mich über den Zebrastreifen des Slavija-Platzes. Ein riesiger fünfspuriger Kreisverkehr mit vierspurigen Straßenmündungen. Zu manchen Zeiten regelt ein Verkehrspolizist den Verkehr. Sonst muss man auf gut Glück den Zebrastreifen betreten und hoffen, dass die Autos stehen bleiben. Sie tun es. Ich bin schon verwundert, dass die Belgrader Autofahrer wesentlich zivilisierter stehen bleiben als die Wiener es tun.
Ich kann die Straßenbahnen und die Autobusse benutzen, inklusive des Einkaufs von Fahrkarten. 50 Cent kosten die Fahrkarten, das entspricht bei Umrechnung der Durchschnittsverdienste etwas den Kosten in Wien.
Ich kann Taxis bestellen, anhalten und meine Adresse ausreichend verständlich nennen, selbst wenn es um Hausnummern geht.
Ich kann eine Mehrwertsteuerrechnung im Restaurant verlangen: „Mogu li dobiti fiskalni ratschun?“
Ich kann das Zimmermädchen auf später vertrösten: „Krasnije! Molim“
Ich war gestern im Kino, habe mir das Remake von Kaktusblüte angesehen. Der Film war wie üblich auf englisch mit serbischen Untertiteln.
Ich stelle fest, dass ich sehr viel Grammatik lerne, in dem ich alte Startrek-Reihen im Fernsehen sehe. Ich benötige manchmal nicht einmal die Audio-Spur, um die gelesenen Untertitel auf serbisch zu verstehen.
Ich kann im Supermarkt einkaufen. Wenn ich auch jetzt sehr, sehr wenig brauche, weil ich eh praktisch nichts essen will, kann ich doch fragen und bezahlen.
Und ich kenne eine ganze Reihe toller Restaurants, die teils mit serbischem, teils mit altserbischem Flair ausgestattet sind. Gestern habe ich zu Mittag im Manjesch gegessen. Einrichtung wie in einem Wiener Kaffeehaus, ausgezeichnetes Futter, vor allem das Kartoffelpüree, bei dem ich ja sehr heikel bin.
Am Samstag Nachmittag war ich im Haupterholungsgebiet der Belgrader: See Ada. Das ist ein künstlicher See, der rundherum mit Erholungsstreifen, Kaffeehäusern und Restaurants und jede Menge Strand umgeben ist. Man könnte dort sogar Wasserschifahren.
Ungefähr sechs Kilometer bin ich von einem Ende zum anderen und zurück gestiefelt.
Mit dem Autobus dann wieder nach Alt-Belgrad bis zum Bahnhof und dort mit dem Taxi weiter.
Öffentlich war „downtown“ am Samstag nicht zu empfehlen. Es gab angekündigte Demonstrationen gegen die Regierung. Und beim Rausfahren konnte ich Unmengen an Polizei sehen. Vor jeder Botschaft standen so 20-30 Mann.
Wie gesagt, der Lebensstandard ist ein anderer. Doch wenn meine Tochter mit Mann mehr als ein Jahr in Uganga verbringen kann, so muss ich mich in Belgrad einfach wohlfühlen können.
Und die Menschen sind freundlich. Außerordentlich nett, freundlich und zuvorkommend. Das hätte ich so nicht erwartet.




  • Neueste Beiträge

  • Tage mit Einträgen

    März 2026
    M D M D F S S
     1
    2345678
    9101112131415
    16171819202122
    23242526272829
    3031  
  • Was einmal war