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Ich sollte momentan in kreativer Hochform sein. Ziemlich viele positive Ereignisse in den vergangenen Tagen, im Prinzip kein Zeitdruck außer dem, den ich mir selbst auferlege.
Und trotzdem geht nichts weiter. Ich denke und denke, aber es kommt nichts wirklich Zündendes heraus.
Das muss es aber. Es ist Zeit für neue Anläufe. Es ist Zeit, um neue Erfolge zu lanzieren und sich nicht auf den alten ausruhen.
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Mir wird die Komplexität unseres Aufgabenbereiches zunehmend bewusst. Gestern habe ich erfahren, dass ein großes, staatliches Unternehmen Strukturänderungen vorgenommen hat, die einem Fachmann in einem Gebiet die Schweißperlen auf die Stirn treiben würden. Das passiert auch den Mitarbeitern, von denen sich einige in sicherere Bereiche flüchten, andere den Ausweg in einem Firmenwechsel suchen.
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Es wäre im Grunde eine gute Gelegenheit, um neues Terrain zu gewinnen. Doch selbst mein Chef, der sonst die Begeisterung in Person wäre, hat abgewunken. Die zig-Millionen, die hier den Bach hinunter gehen werden, zahlen wir Steuerzahler.
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Aber das ist nicht das eigentliche Problem. In der Software sind die Herausforderungen mittlerweilen ziemlich gut bekannt und stellenweise auch ausreichend erforscht. Dorch der Unterschied zwischen dem, das an den Hochschulen gelehrt und untersucht wird, und dem realen Leben ist größer denn je.
Musik und bunte Filme, dieser Zweig ist mittlerweile gut erforscht und umgesetzt.
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Und der Rest?
Da werden die Aufgaben durch immer verzwicktere Zubauten an den Rand der Überschaubarkeit „ver“-programmiert. Das ist es dann.
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Die Entwirrung eines gordischen Knoten darzustellen, das wäre mein Ziel.
Aber wie?
Es ist fast unglaublich, wie stark sich manche Irrtümer über die Jahre hinweg halten können. So würde ich meinen, bei jedem Bild in meinem Haus sagen zu können, wer es gemalt hat. Nur für den angeblichen (unsignierten) Romako gilt das nicht, weil ich mich da auf die Aussagen meines Vaters verlassen muss. Offiziell wurde es noch nie bestätigt.
In meinem vorigen Beitrag hatte ich ein Bild gezeigt, dass ich fälschlicherweise meinem Großvater zugeschrieben hatte. Dabei hatte ich noch extra betont, dass es für seinen Malstil besonders untypisch wäre.
Es ist kein Wunder: das Bild ist nicht von meinem Großvater sondern von seinem Lehrer.
Nur wegen eines Kommentars nahm ich das Bild von der Wand und inspizierte die Signatur, weil mein Großvater oft auch die Jahreszahl dazugeschrieben hatte.
Wie Schuppen fiel es mir von den Augen.
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Es ist merkwürdig, wie ich erkenne, mit wie vielen kognitiven Fehlern ich lebe, leider auch mit Denkfehlern. Ich kann mir meiner Schlussfolgerungen nicht mehr sicher sein. Die intuitive Richtigkeit ist dahin. Ich muss wirklich alles überprüfen oder überprüfen lassen.
Das wäre an sich nichts Besonderes. Doch weiß ich, dass das früher anders war. Die Fehlerhäufigkeit war vielleicht nur ein Zehntel von heute. Anscheinend rechnete im Hintergrund immer ein Kontrollmechanismus mit.
Was folgt daraus:
1) ich werde toleranter gegenüber den Fehlern anderer.
2) ich muss vielmehr Zeitbedarf für meine Aufgaben einplanen.
Ich schätze meine geistige Präsenz noch immer als ausreichend ein. Bestimmte Aufgaben muss ich allerdings heute erarbeiten, ihre Bewältigung fliegt mir nicht mehr spielerisch zu.
Doch ich kann damit leben;)
Dreißig Speichen umgeben eine Nabe:
In ihrem Nichts besteht des Wagens Werk.
Man höhlet Ton und bildet ihn zu Töpfen:
In ihrem Nichts besteht der Töpfe Werk.
Man gräbt Türen und Fenster, damit die Kammer werde:
In ihrem Nichts besteht der Kammer Werk.
Darum: Was ist, dient zum Besitz.
Was nicht ist, dient zum Werk.
gewidmet einem Liebhaber des Nichts, dem Dr. Schein
[Ohne Quellenangabe], damit ich nicht gefragt werde, wer das ist, von wem das ist. Aber einige werden es ja wohl kennen.
