Archiv für April, 2016

Wer spielt Chopin richtig?

Jetzt habe ich mir einige Einspielungen angehört. Eigentlich ging es mir in erster Linie um das Tempo der Coda. Das wird von allen in einem Höllentemp gespielt. Momentan bin ich noch nicht einmal bei zwei Drittel der Geschwindigkeit.
Aber interessant war ein gewisser Vergleich, den ich mit dem Link dokumentiere. Es gibt auch einen anderen Link, der eine Meisterklasse mit Rubinstein zeigt, in der er eben diese Ballade kommentiert.
Ich würde meinem Vater recht geben, dass Rubinstein wirklich der Chopin-Interpret ist, der ihm am besten gerecht wird.
Im Vorspann des Videos sind zwei interessante Zitate zu lesen. Es lohnt sich, diese anzusehen und nicht gleich in die Musik zu springen.
Chopin von Arthur Rubinstein gespielt

the practice continues

Today, I started again to seriously work on the Chopin Ballade and on Borodin. Probably, I will not learn Borodin to play by heart. With Chopin there is no question.
I am currently starting in the backward direction. Last page first 🙂

Träume

Ich träume in der Regel recht nette stories. D.h. ich träume zusammenhängende Geschichten, die sich meistens um ein eine Begebenheit ranken.
Heute Nacht hatte ich eine Zusammensetzung von unterschiedlichsten Träumen, die sich dadurch auszeichneten, dass es um Reisen ging. Da kamen vor: USA, China, noch einmal USA, Italien und noch ein paar weitere Länder. Es spielten mit: mein amerikanischer Pflegevater, eine komische ältere Touristin, ein ehemaliger Kollege, der heute Vizerektor einer Uni ist, zwei bis drei Kolleginnen aus unterschiedlichen Firmen, zwei Ex-Chefs und, was besonders lustig war, zwei verschiedene Pässe. Mein Vater kam ganz zum Schluss auch noch vor, als es um die Erklärung des Passformulars ging.
Die Szenen waren durchaus nett.
Die erste Reise nach den USA war eine reine Besuchsreise bei meiner alten Pflegefamilie, die alle noch lebten. Es stellte sich heraus, dass mein Pflegevater mein Abreisedatum falsch gelesen hatte. Ich kontrollierte aber noch einmal mein Ticket und stellte fest, dass ich früher diese Kontrolle nicht gemacht hätte. Es stellte sich heraus, dass ich nicht erst „übermorgen“, sondern bereits heute in der Früh von New York abfliegen musste, was bedeutete, dass wir sofort mit dem Auto aufbrechen mussten.
In der zweiten Amerikareise gab es sight-seeing an einem hoch gelegenen Ort, mit dem man mit einer Zahnradbad hinauf fuhr. Von oben konnte man dann mit Hilfe von einfachen Bobs das ganze Terrain erkunden, wobei es manchmal wie in einer Hochschaubahn bergab ging, doch irgendwie landete man wieder oben.
Die Geschichte mit den Pässen war sehr lustig. Der Rektor-Kollege zeigte mir seinen neuen Pass, in dem sein neues Kind eingetragen war. Ich stellte fest, dass der Pass ohne biometrische Daten ausgestellt war, obwohl er neuesten Datums war. Darauf kontrollierte ich meinen Pass und stellte fest, dass bei mir ganze Romane hinten eingetragen waren, inklusive charakterlicher Beschreibung und möglicher Verhaltensstörungen, die ich mit achtzig Jahren entwickeln würde. Außerdem hatte ich auf dem ersten inneren Deckblatt die Kosten einer Reiseabrechnung skizziert. Es war mein Vater, der mich darauf hinwies, dass ich diesen Pass für eine Chinareise benötigt hatte. Da war es auch vorgeschrieben, dass die Reisekosten irgendwie vermerkt waren. Die Geschichten rund um meine Chefs (WK und DrR) lasse ich jetzt aus. Nein, eine davon ist auch nicht schlecht. Es gab eine Internet-Adresse, die bei Anwahl einen ganzen Film ablaufen ließ. Der Film war an das Leben der Person, die vor dem Computer saß, angepasst.
Ich bin während der letzten Nacht drei Mal aufgewacht, habe aber mein Bett nicht verlassen. Es ist trotzdem merkwürdig, dass ich mich noch an die einzelnen Traumepisoden erinnern kann.

Lustig, nicht? Übrigens kann ich keine Relation zu Dingen entdecken, die ich gestern erlebt oder erfahren habe.

Einladung zum 12.6.2016

Geburtstagskonzert 2016
Sonntag, 12. Juni 2016, 11:00 Uhr
Ort: Burg Perchtoldsdorf
Festsaal Ebene 1, Paul-Katzberger-Platz 1, 2380 Perchtoldsdorf
Klavier und einführende Worte Hans Hartmann
PROGRAMM
Ludwig van Beethoven Sonate E-Dur, Opus 109
(1770 – 1827) I. Vivace, adagio espressivo
II. Prestissimo
III. Andante molto cantabile ed espressivo
Frédéric Chopin Ballade g-Moll, Opus 23
(1810 – 1849) Largo, Moderato
Aleksandr Borodin Petit Poème d’amour d’une jeune fille, veröffentlicht 1885
(1833 – 1887) Au couvent Andante religioso
Intermezzo Allegro
Mazurka I Allegro
Mazurka II Allegretto
Réverie Andante
Serenade Allegretto
Nocturne Andantino
PAUSE
Franz Schubert Sonate B-Dur, DV 960
(1797 – 1928) I. Molto moderato
II. Andante sostenuto
III. Allegro vivace Con delicatezza
IV. Allegro, ma non troppo – presto
Um Anmeldung wird gebeten: Tel. +43 2236 34885, +43 676 313 2145
Der Eintritt ist frei.
Das Programm mit Bildchen:)

Wiederholung der Einladung

Ich wiederhole meine Einladung vom vorigen Posting.

Gestern bin ich mit meiner Frau die Anzahl der Personen durchgegangen, die persönlich eingeladen werden und aller Wahrscheinlichkeit auch kommen werden. Das sind insgesamt bereits über einhundert Personen. Ich schreibe das hier, um zu dokumentieren, dass ich nicht um Zuhörer buhle.

Das Konzert hat ein anspruchsvolles Programm und ich weiß nicht, ob ich es in weiteren 5 Jahren durchstehen könnte. Vielleicht schon, wenn ich meinen eigentlichen Plan wahr mache.

Heute bekam ich eine Anmeldung von drei Personen, die vielleicht schmunzeln macht. Ein Bekannter erzählte mir, dass er das Programm seiner Klavierlehrerin gezeigt hätte, die darauf meinte, dass er unbedingt hin müsse. Und sie will sich das auch anhören.

Ob das Konzert aufgenommen wird, steht noch nicht fest. Ursprünglich war das eine fixe Absicht, doch jetzt frage ich mich, ob es notwendig ist.

ad Tagebuch

15.4.2016 Tagebuch
Die vergangene Woche war heftig. Auch die vorige. Am Dienstag gab es die Sponsion eines früheren Arbeitskollegen zum Doppeldoktor. Er schrieb seine Dissertation über ein Thema, das ihn die letzten zehn Jahre beschäftigt hat und welches eine praktische Bedeutung hat. Letztlich stellt der Inhalt eine Möglichkeit der Verbesserung der Vorsorgeuntersuchung für Brustkrebs her. Details führen hier zu weit.
Donnerstag am 7.4. gab es ein Konzert mit Leonskaya, ein Schubertprogramm, von dem ich nur eine Sonate kannte. Alles andere waren Werke, die in meinen Noten nicht vorkommen.
Freitags gab es eine sehr interessante Einladung bei einer ehemaligen Arbeitskollegin, bei der ich interessante Bekanntschaften machte und auch feststellen konnte, wie klein die Welt ist. Der Bruder R.N. ist in einer ganz anderen Arbeitswelt tätig als der A.N., den ich noch von meiner früheren Berufstätigkeit kannte.
Montags, am 11.4. gab es einen Amateurabend, bei dem ich den ersten Satz der Schubertsonate spielte. Vermutlich viel besser als heute freitags bei der Klavierstunde.
Am 12.4. gab es einen Klavierabend meines Lehrers. Das Programm war Chromatische Fantasie und Fuge von J.S.Bach, die Waldsteinsonate von Beethoven. Nach der Pause gab es Schulhof-Paraphrasen über Johann-Strauss-Themen und danach die Gasteiner Sonate von Schubert.
Am 13.4. kam mein derzeitiger Violinpartner. Wir spielten 4 Suiten von Telemann und danach die 33. Violinsonate von Mozart. Es war sehr erfreulich, dass ich sie einigermaßen vom Blatt spielen konnte. Allerdings werde ich sie jetzt noch etwas üben, damit wir das nächste Mal eine Wiederholung ansetzen können.
Abends nahm ich an einer Veranstaltung teil, die mich eigentlich nichts mehr angeht. Das Thema „agil“ ist eines, welches mich unter anderem mein Interesse an meinem Job verlieren ließ. Dabei hatte ich zuletzt einige Workshops über das Thema gehalten.
Donnerstags bekam ich einen „Orden für Wissenschaft und Kunst“ bei meinem Verein. Er kam gänzlich unerwartet. Eigentlich sind die meisten Auszeichnungen eher nur ein Symbol und sollten nicht so ernst genommen werden. Allerdings war der ganze Abend feierlich und so passte auch das Symbol recht gut. Immerhin bin ich jetzt 38 Jahre bei dem Verein.
Freitags, am 15.4. also heute hatte ich Klavierstunde. Ich war mit meiner eigenen Performanz sehr unzufrieden, ich war auch etwas durch eine Konjunktivitis angeschlagen. Aber ich bekam jede Menge nützlicher Hinweise. Bis zur nächsten Stunde am 16.5. habe ich jetzt einen Monat Zeit. Da wird es mir hoffentlich gelingen, die Anmerkungen alle einzuarbeiten.
Heute habe ich gefragt, ob ich wohl eine Aufnahmeprüfung an die Uni bestehen würde. Die Antwort war prinzipiell: ja. Nicht, dass ich das echt vorhaben würde. Aber die Frage beschäftigt mich.
Naja, das ist jetzt ein ziemlich trockener Bericht. Aber er dient eigentlich zur Bewahrung meiner eigenen Erinnerungen, wie ich ja schon früher einmal geschrieben habe.

Wenn man alt wird, …

heißt es sich zu organisieren. Das klappt in der Regel schon recht gut. Doch manchmal könnte man verzweifeln.
Heute gibt mein Klavierlehrer ein Konzert, von dem er mir in der letzten Klavierstunde erzählt hat. Natürlich muss ich mir das anhören. Ich bin also zum Musikverein gefahren und habe mir Karten für die heutige Veranstaltung gekauft.
Heute suche ich die Karten und finde sie nicht.
Auf meinem Schreibtisch sind sie nicht.
Auf dem Küchentisch sind sie nicht.
In der Lade, in der wir alle Abonnementkonzerte sammelt, sind sie nicht.
Sie sind auch nicht in einem der Sammelumschläge.
Im Portmonnaie sind sie nicht.
In der Aktentasche, in der die Noten waren, die ich mithatte, sind sie nicht.
In den Noten sind sie nicht.
Im Mantel sind sie nicht.
Im Anzug sind sie nicht.
Sie sind einfach nicht.
Ich suche den Zahlungsbeleg, um in der Musikvereinskasse zu fragen, ob ich zumindest Duplikate abholen kann.
Gleiche Suchroutine.
Ich gehe rein zufällig zum Klavier.
Da liegen sie ganz oben auf der rechten Seitenablage des Musikpults.
Wenn man alt wird, muss man mit dem Unmöglichsten rechnen.

Traumdeutung

Vor zwei Tagen bekam ich eine Absage. Meine Einreichung zu einer Konferenz, an der ich gerne teilgenommen hätte, wurde abgelehnt. Das Ablehnungsschreiben war ungewöhnlich lang. Entweder war es Höflichkeit oder der Grund der Ablehnung war den Veranstaltern peinlich. Es lag nach Auskunft, die im Brief erteilt wurde, nicht an meinem Abstrakt, sondern ein ganzer Zweig, der in der Konferenz beworben worden war, sollte nicht mehr behandelt werden. Ich vermutete, dass es zu dem Thema zu wenige Behandlungen gab.
Ich kann das mittlerweile recht gut verkraften. Schließlich bin ich ja nicht mehr berufstätig. Aber in meinen Träumen hat es nachgewirkt.
Ich hatte mich für die Teilnahme einer Konferenz in Frankreich beworben, bei der es nicht um Software, sondern um das Klavierspiel ging. Mindestens eine Chopin-Etüde war gefordert. Interessanterweise wurde ich angenommen und eingeladen. Es ging eigentlich weniger um eine Konferenz, sondern um eine Art Workshop. Ich hatte vor mindestens drei Jahren an einem solchen Workshop teilgenommen und es hatte mir damals sehr gut gefallen. Vor wenigen Tagen wollte ich Informationen zu dem Workshop finden, konnte aber im Internet nichts dergleichen entdecken.
Ich war also mittlerweile nach Frankreich gefahren. Ich kann mich nicht an den Ort erinnern. Ein relativ klein gewachsener sehr freundlicher Franzose nahm mich auf und wies mir einen Arbeitsplatz zu. Obwohl das Thema noch immer Musik war, hatte sich das Ziel mittlerweile verändert. Ich bekam zwei kleine Informationskristalle, die mit Aufgaben beladen waren. Es ging aber nicht um das Erlernen weiterer Musikstücke, sondern um zwei kleine technische Probleme im Zuge der Programmgestaltung.
Jetzt begann eine technische Odyssee. Ich sollte ein kleines Programm erstellen, das auf einem Betriebssystem laufen sollte, welches ein Linux-Derivat war. In Wirklichkeit war es ein bestimmtes Unix-System. Linux und Unix sind sehr verwandt aber doch unterschiedlich. Als weitere Hürde war die verwendete Programmiersprache von ihrer Struktur her ein sehr ähnlich einem archaisch anmutenden C. Beherrschbar, aber ich hätte ein Referenzhandbuch benötigt, um die richtigen Befehle verwenden zu können. Jedenfalls war mein erster Versuch gar nicht so daneben, allerdings war ein Befehlswort falsch verwendet oder es gab dieses Befehlswort gar nicht. Ich suchte nach Information darüber und fand sie nicht. Der Franzose konnte nicht einmal meine Fragestellung verstehen, doch es gab zwei ehemalige Kollegen, die als ausgesprochene Gurus galten. Einer wollte mir helfen, doch er verstand meine Frage anfänglich auch nicht. Erst nach einiger Zeit kamen wir auf einen etwas fruchtbareren Zweig. Er zeigt mir einen Teil des Betriebssystems, der meinen eigentlichen Wunsch behandelte.
Das Problem, welches ich hatte, kann man mit dem Begriff Fehlerbehandlung bezeichnen. Dieses Problem wurde früher von vielen Programmierern sehr rudimentär behandelt und manchmal nicht einmal das.
Jetzt wird die Sache etwas technischer. Es gibt zwei Arten von Fehlern: Die, welcher der Anwender macht und die, welche bereits der Programmierer gemacht hat. Zu jenen gibt es meistens dann eine Fehlermeldung, wenn das ursprüngliche Programm in eine Maschinensprache übersetzt wird. Diese sieht bereits der Programmierer, bevor das Programm tatsächlich verwendet wird. Heutzutage bekommt der Verfasser des Programms auch eine entsprechende Hilfestellung und weiß sofort, was er im Programm verändern muss. Die gab es aber nicht, weil irgendwie das ganze Betriebssystem aus uralten Zeiten zu stammen schien. Was ich eigentlich wollte, war eine Umgebung, die einen erkannten Fehler selbst korrigieren konnte. Es war unmöglich, dies meinen ehemaligen Kollegen zu erklären. Der Franzose war schon sehr frustriert, weil bereits bei der ersten Aufgabe ernsthafte Verzögerungen auftraten. Inzwischen kam eine Frau mit Kaffee vorbei, ich hatte aber noch keine passende Tasse. Also funktionierte auch die generelle Organisation nicht.
Im Traum gab es aber noch ein ganz merkwürdiges Detail. Als ich Einsicht in das Betriebssystem bekam, sah ich eine Software-Struktur, die als Bild betrachtet, den Oberschenkel eines großen Tiers zeigte. Er war der Längsrichtung nach aufgeschnitten, so dass man Knochen, Muskeln und Sehnen und deren Funktionalität erkennen konnte.
Schließlich erkannte ein Kollege mein Problem. Es gab aber keine vom System vorgesehene Lösung dafür. Mein Wunsch galt als unlösbar. Das trifft auch heute noch zu, doch eine entsprechende Behandlung wird bereits in Kürze Teil von intelligenter Software sein. In gewisser Weise kann auch heute ein Rechner bei Suchabfragen schon erkennen, was man eigentlich gemeint hat, auch wenn der Suchbegriff vertippt wurde. Wir machen uns keine Gedanken, wie das ein Suchprogramm eigentlich bewerkstelligt. Aber es gehören doch lange Jahre der systemischen Entwicklung dazu, um das Lernverhalten dem Anwender anbieten zu können.
Ich wachte auf und schrieb diese Zeilen. Für mich ist es bezeichnend, wie ich einige Details aus den Erlebnissen der letzten Woche im Traum verarbeitet habe.

Es geht weiter mit Schubert.

Mit Beethoven habe ich ja jetzt ganz bestimmte Stellen zu verfeinern. Man könnte auch sagen, ich muss üben. Aber es ist befriedigend zu wissen, dass mein Spielen generell nicht zu viel Stirnrunzeln hervorgerufen hat.

Jetzt habe ich aber angefangen, den Schubert auswendig zu lernen. Mein Ziel ist es, bis Ende April die ganze Sonate auswendig zu können. Das sind ca. 30 Seiten Noten. (Bei Beethoven waren es nur 22, und dafür habe ich 2 Monate gebraucht, aber ich hoffe ja, dass ich da jetzt bereits ein bisschen schneller sein werde.) 6-8 Seiten kann ich schon auswendig. Heute hat es mit einer Seite geklappt. Es müsste sich also ausgehen. Andere trainieren für den Marathon, ich trainiere für das Konzert. Ist genauso eine Konditionsangelegenheit. Die Sonate, die ich nach der Pause spiele, dauert je nach Pianist zwischen 40 und 60 Minuten. Ich wähle ein Tempo, dass sie in etwas 45 Minuten dauern wird.
Jedenfalls ein harter Brocken.
Gespielt habe ich sie seit meinem 16. Lebensjahr, mehr oder weniger gut. Also um ehrlich zu sein eher weniger gut, einfach schlampig. Aber momentan bin ich guter Dinge.
Schubert DV960
für diejenigen, welche sich nichts unter dem Text vorstellen können.

Älter werden

[Das wäre eigentlich ein Kommentar geworden, doch aufgrund seiner Länge und des Umstands, dass ich über das Thema gerade selber nachgedacht hatte, landet er jetzt hier bei mir 🙂 ]
Zum heutigen Beitrag von LaMamma Älter werden fällt mir folgendes ein, dass ich aus den genannten Gründen gleich hier niederschreibe. (Bitte zuerst den verlinkten Artikel lesen!)
>>
Was Rudi Reinthaller geschrieben hat, kann ich recht gut nachvollziehen.
Allerdings waren die 2 Jahre mehr sicher auch noch auszuhalten.
Persönlich genieße ich das Ende meiner regulären Arbeitszeit. Zwar werden mir ca. 100 Euro netto abgezogen, wenn ich jetzt mit 65 schon in Pension gehe. Na, werde ich halt weniger saufen.
Ich hatte immer gedacht, dass ich bis 75 arbeiten möchte. Vor einem Jahr hat sich das geändert. Ziemlich amüsant finde ich in diesem Zusammenhang die gestrige Neuigkeit, die sich hinsichtlich der Offshore-Aktivitäten ergeben hat.
Nicht, dass ich glauben könnte, dass die Russen dies nicht ordentlich verwenden. Nein, Island kam noch zum Handkuss. Die sind nicht so wichtig und daher kann man sie gut anpatzen, um Unparteilichkeit vorzutäuschen.
Die Financiers der Journalistengruppe beinhaltet fünf der größten amerikanischen Unternehmen. Also meine eigene Verschwörungstheorien möchte ich hier gar nicht los werden. Es geht mir viel mehr um das, wofür die EDV verwendet wird. In beiden Richtungen.
Über mein Unverständnis, wie gleichzeitig NSA gefürchtet wird, aber Big Data große Werbeetats bekommen kann, habe ich schon geschrieben.
Ich verstehe es nicht oder besser: ich verstehe es zu gut.
Es ist schon so: wenn man älter wird, werden manche Zusammenhänge klarer. Es ist nicht mehr notwendig, alles auf sich zu beziehen. Obwohl ich vermutlich noch immer einige Workshops oder Seminare halten werde, bin ich nur mehr marginal daran interessiert, wie sich Internet of Things (IOT) entwickeln wird. Oder das Wetter – da soll es ja ganz neue Wolken geben. (Cloud)

Nach ungefähr zwei Monaten ohne Firma habe ich zufällig erkannt, worin der Pensionsschock besteht. Es ist das Fehlen von Erfolgserlebnissen. Nun, nicht alle alle Menschen erleben den Pensionsschock in gleicher Form oder überhaupt. Wenn jemand Gartenarbeit liebt, wird er sich über jede blühende Pflanze freuen, die er speziell gepflegt hat. Es gibt Menschen, die dann ehrenamtlich agieren und andere, die neu zu studieren anfangen. Es gibt eine Reihe von Erfolgserlebnissen, die sich der alte Mensch bei einigermaßen intakter Gesundheit verschaffen kann.

Meine Erfolgsergebnisse lassen sich in meinem Blog und auch auf facebook nachlesen. Daher habe ich einige Zeit gebraucht, bis ich die „Gefahr“ der Pensionierung erkennen konnte. Als ich aber ungefähr 30 war, habe ich erfahren, wie ein Mitarbeiter, der mit 60 in Pension gegangen war, nach zwei Monaten gestorben war. Der hatte seine durchaus sehenswerten Erfolgserlebnisse anscheinend nur seiner Arbeit zu verdanken.

Zum Thema „altersgerechtes Arbeiten“ kann ich nur auf die Altersteilzeit hinweisen. Ohne großen finanziellen Verlust kann die Arbeitszeit stark reduziert werden. Mit dem Gefühl der vermehrten Freizeit kann man sich schon auf die Pension vorbereiten. Nicht jedem hingegen ist es gegeben, sich mehr auf Lehrtätigkeit zu konzentrieren. Das eigene Wissen weitergeben ist eine lohnende Aufgabe, wenn man es schafft, auch seine Erfahrungswerte zu vermitteln. Es müssen ja nicht Vorträge sein, auch die Betreuung von Lehrlingen sollte ein befriedigendes Arbeitsgefühl hervorrufen.

Und zuletzt: für ein technisches Publikum bietet sich die Fragestellung an: was könnten Sie den heute erfinden? Oder man fängt mit der berühmten Büroklammer-Übung an. Sehr, sehr lehrreich, macht Spass und öffnet so manche Augen.
<<




  • Neueste Beiträge

  • Tage mit Einträgen

    April 2016
    M D M D F S S
     123
    45678910
    11121314151617
    18192021222324
    252627282930  
  • Was einmal war