Archiv für September, 2013
dass die Blauen so zugelegt haben.
Tröstlich, dass sie trotzdem nicht mehr Einfluss haben werden. 2000 wird sich wohl (hoffentlich) nicht wiederholen.
–
Doch die großen Zeiten des Populismus drohen nach wie vor.
Ist es nicht nett, wenn eine Frau behauptet, dass sie mich in ihre Bett bekommen kann?
Die Chancen stehen sehr schlecht.
Hab ich nicht erwähnt, dass ich alt, arm, zahnlos, fett und impotent bin?
Und dazu kommt noch verheiratet. Ich mache kein Hehl daraus. Trotzdem bin ich ein Objekt der Begierde.
Schmeichelt irgendwoie….
Ich belächle es manchmal, wenn Personen über Panikattacken schreiben.
Aber vor zwei Tagen hatte ich etwas, was rein symptomatisch einer Panikattacke gleichkommt. Die Ursache ist noch nicht geklärt, aber die üblichen somatischen Einflussfaktoren kann ich ausschließen. Es fand in der Sauna, aber bereits beim ersten Niedersetzen statt. Ich hatte mich vorher einmal um meine vertikale Achse gedreht, um zu dem Sitz zu gelangen. Als ich saß, fühlte ich, wie ich plötzlich schwindlig wurde.
Ich blieb aber in der Sauna und dachte, dass es vorbeigehen würde. Nach dem Aufguss blieb ich noch ein bisschen sitzen. Beim Aufstehen musste ich höllisch aufpassen, um mein Gleichgewicht nicht zu verlieren. Als ich mich auf eine der Liegen setzen wollte, (an Duschen war nicht zu denken) verfehlte ich sie fast beim Niedersetzen. Ich blieb dann 45 Minuten liegen und hoffte, dass der Zustand besser würde. Ich überlegte, ob es ein Schlaganfall gewesen sein könnte oder etwas mit dem Herzen, aber Puls war ok. Denktätigkeit war auch ok. Ich überlegte, ob ich um Hilfe bitten sollte. Aber es gab keine Kopfschmerzen, keine Sehstörungen. Also wartete ich.
Ich hatte Angst, weil ich mit dem Rad nachhause fahren sollte. Vor dem Anziehen kotzte ich noch etwas, aber das war nur Wasser. Gegessen hatte ich zu Mittag und es gab auch keine Magensäure, die hoch kam.
Im Freien ging es mir besser. Auf dem Rad fühlte ich mich sicher, doch als ich zuhause abstieg, fühlte ich wieder Übelkeit. Ich legte mich dann gleich ins Bett. Meine Frau konnte keine Auffälligkeiten entdecken. Um zwei Uhr nachts wachte ich auf. Die Symptome waren verschwunden. Ich surfte noch im Internet nach verschiedenen Ursachen. Das einzige, was zutreffen würde, waren psychogene Auslöser. Da weiß ich aber nun nicht, in wie weit ich jetzt größerem Stress als früher ausgesetzt wäre. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Gestern morgen fühlte ich mich blendend. Als Seiteneffekt konnte ich bemerken, dass die Arthrose in meinem linken Knie kaum mehr bemerkbar war. D.h. es gab keine Schmerzen mehr nach dem Aufstehen und den ersten Schritten.
Ich habe jetzt ohne Diät 4 kg abgenommen. Aber das sollte den Gesundheitszustand ja eher verbessern. Zucker wäre noch eine mögliche Ursache. Zuviel konnte ich aber nicht haben. Wenn, dann könnte es nur eine Unterzuckerung gewesen sein. Aber das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Auch wenn meine letzte Untersuchung diesbezüglich schon mehr als ein Jahr zurück liegt, so lag ich damals doch im mittleren Toleranzbereich.
–
Jedenfalls werde ich mich nicht mehr über Panikattacken lustig machen. Scheinbar kann so etwas wirklich ohne „echten“ Grund auftreten. Natürlich sind die Ursachen immer „echt“, aber ich habe sie bei mir noch nicht herausgefunden.
Kürzlich habe ich ein Video auf youtube gesehen, in dem Valentina Lisitsa zeigt, wie sie innerhalb kürzester Zeit ein Klavierkonzert übt.
Sie betont in Kommentarantworten, dass sie sehr gut Blatt lesen kann. Außerdem hört sie sich vorher einige Einspielungen an, sucht sich eine aus und verwendet sie dann als Referenz.
–
Es hat mich dazu motiviert, eine Beethoven-Sonate zu üben, (außer denen, an denen ich zur Zeit sowieso schon dran bin) die mich immer fasziniert hat. Allerdings war mir das Üben zu anstrengend. Sie ist „keine berühmte“, mit der man renommieren kann. Im Gegenteil, der erste Satz ist im Thema so einfach, dass er fast trivial wirkt. Der letzte Satz hingegen hat es mir immer angetan, aber er hat ein paar Passagen, die es notwendig machen, sie erstens auswendig zu können und dann noch technisch relativ viel zu üben.
Nun, ich bin jetzt beim letzten Satz halbwegs durch und hole mir die Bestätigung, dass ich Tempo und Dynamik richtig habe, bei einer Einspielung von Claudio Arrau, der als Beethoven-Referenz durchaus Berechtigung hat.
Außerdem habe ich mir für den ersten Satz jetzt Brendel angehört. Der spielt mir ja normalerweise zu langsam. Ich bin ganz überrascht, wie rasch er den ersten Satz anlegt.
Und das sehr, sehr nachvollziehbar. Dafür ist der zweite langsamer, als ich ihn glaubte, spielen zu müssen. Es ist sehr gut zu hören, dass das Tempo gar nicht so hoch sein muss.
Und die Brendelaufnahme gefällt mir sehr.
Claudio Arrau: alte Aufnahme, tontechnisch merkbar, viel „rauher“ als Brendel. Er spielt merklich einen anderen Fingersatz als Brendel. (Dort wo die zerlegten Sexten sind, spielt er die Sexten mit einer Hand, Brendel spielt die unteren Töne als Akkord mit den durchgehenden h- oder f-Achteln. Ich wüsste das nicht, wenn ich nicht ein Notenbild gesehen hätte, wo tatsächlich diese Passage mit anderer Handaufteilung dargestellt ist.
Fazit: Arrau sehe ich eher als Massstab für mich an als Brendel. Den ursprünglichen Massstab Arrau spielt „menschlicher“.
Fritz Gulda finde ich leider nicht auf youtube.
http://www.youtube.com/watch?v=tbDmqiP_4o4
Brendel: die ganze Sonate, technisch perfekt, tontechnisch ebenfalls, alles sehr rund und schön. Für mich fast zu schön, aber das wäre Raunzen auf höchstem Niveau.
http://www.youtube.com/watch?v=Il-lzTqvS_Y
Für Harfim, falls er dies liest:
Gilels Aufnahme gefällt mir auch sehr gut. Sie ist Arrau ähnlicher als Brendel. Was ich gut finde:)
http://www.youtube.com/watch?v=c-ErvfeY970
Ungalublich. Ich habe den ganzen Tag Zeit und mache eine bestimmte Aufgabe nicht, die nicht einmal besonders schwierig ist.
Stattdessen prokrastiniere ich den ganzen Tag.
Am Nachmittag schlafe ich wie ein Stein. Das kann man legitim mit Luftveränderung oder den Anstrengungen der letzten zwei Tage erklären.
Aber eigenartig ist es schon sehr…
