Archiv für November, 2012
Soll mir keiner mehr etwas über ungleiche Verdienstchancen der Frauen erzählen. Angeblich werden einem Zimmermädchen sechs Millionen Dollar für einen Blowjob bezahlt.
Wenn der in Amerika so teuer ist, ist es klar, dass man bei Frauen, die nicht blasen wollen, bei den Löhnen einspart. Da es allerdings bei Einstellungsgesprächen nicht erlaubt ist, derartige Fragen anzusprechen, wird prophylaktisch vorgegangen und einmal gleich mindestens 25% weniger als bei Männern angeboten.
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Dass der Sex einvernehmlich statt fand, kann mittlerweile als erwiesen angenommen werden.
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Ich würde mir wünschen, dass einmal die Frauen zu dem Fall Stellung nehmen.
Offiziell! – nicht hier.
Heute sendete mir ein lieber Kollege eine e-mail mit folgendem Inhalt:
„Die Haltbarkeitsdauer eines Software-Entwicklers ist nicht länger als die eines Kricketspielers – ungefähr 15 Jahre. Die 20-jährigen Typen bringen mir für den Unternehmenserfolg mehr als die 35-Jährigen. (…) Bei dem Tempo, in dem die Technologie sich verändert, wird man mit 35 sehr schnell überflüssig, wenn man nicht dazulernt. Für 40-Jährige ist es sehr schwierig, relevant zu sein.“
Velloparampil Rasheed Ferose, SAP-Manager in Indien
aus einem Spiegel-Artikel….
Darauf hatte ich folgende Antwort:
So etwas Ähnliches behauptet man ja von Mathematikern, die mit 25 ihren Zenit erreichen. Die haben allerdings den Anstand, sich mit 35 entweder umzubringen oder sich ins Irrenhaus einweisen zu lassen. Auch bei Schachspielern galt das Gleiche lange als Paradigma, Lasker und Botwinnik sind da wirklich die Ausnahmen.
(Wobei es da um absolute Leistungsgrenzen geht.)
Der Passus „wenn man nichts dazulernt“ ist ja ein Gummi-Nebensatz. Er zeigt höchstens auf, dass gar nicht erst erwartet wird, dass man in dem Alter noch etwas dazu lernen kann.
Es ist ein gewisser Trost, dass solche Aussagen auch schon früher getroffen wurden, wonach man sich freuen konnte, wenn sie durch Ausnahmen wiederlegt wurden.
Wenn wir aber alle über 35 euthanasieren, könnten wir das Pensionsproblem rucki-zucki lösen.
Ich hoffe ja, dass sich diese Meinung, die sicher nicht nur die eines einzelnen ist, an genau denen rächen wird, die sie äußern.
Gestern war der „Internationale Tag der Gewalt gegen Frauen“. Man hätte ihn auch „Internationaler Tag gegen die Gewalt gegen Frauen“ nennen können. Das liest sich etwas holprig. Tatsache ist, dass die Bezeichnung ganz umgekehrt verstanden werden kann.
Am internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen sollte man die Frauen prügeln, wenn man ein Mann ist.
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Für mich stellt dies den Höhepunkt an Tagen dar. Ich verachte die sogenannten Tage und ich frage mich immer, welche Menschen so etwas erfinden.
Mit Muttertag konnte ich mich ja noch abfinden. Auch mit dem Frauentag. Das waren noch Gedenktage, die ihre leicht nachvollziehbare Begründung hatten. Auch Allerheiligen gilt als Gedenktat der Toten, wobei man ja auch die Sterbedaten der jeweils Betrauerten heranziehen kann.
Der Vatertag war einer der ersten, die in erster Linie hauptsächlich wegen des Konsums hervorgehoben wurden.
Ich weiß nicht, ob heute der Tag des Sessels ist. Vielleicht gibt es gar keinen Tag des Sessels, obwohl sich die Sessel wohl einen verdient hätten. Schließlich sehen sie jahrein, jahraus nur unsere Ärsche.
Ich könnte mir auch einen Tag der ungedachten Gedanken vorstellen. Vielleicht gäbe es Lösungen für die Probleme unserer Welt, die halt einfach noch nicht die Chance hatten, gedacht zu werden.
Ich könnte mir allerdings auch einen Tag von twoday vorstellen. An diesem Gedenktag darf twoday den ganzen Tag ausfallen, ohne dass jemand motzen darf.
Aber wohlgemerkt: nur an diesem einen Tag. An allen anderen sollte es funktionieren.
Ich habe eine neue Quaität an facebook entdeckt. Sie ist nicht neu, die time line gibt es schon einige Zeit. Doch ich habe jetzt darin eine Möglichkeit, meine etwas feindselige Haltung gegenüber von „im hier und jetzt leben“ festigen zu können.
Irgendwie scheint es in heutigen Lebensschulen die ultima ratio zu sein, sich auf das hier und jetzt zu begnügen. Genauso stereotyp mutet der Rat an, man solle doch immer in die Zukunft schauen. Was war, das war. Es bringt nichts, in die Vergangenheit zu schauen.
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Nun habe ich einmal auf meiner Facebook-Seite nachgesehen. Vermutlich nehmen negative Einträge dort weniger als 10% ein, vielleicht nicht einmal 5%. Stattdessen schrub (oder schrieb, wenn das jemand bevorzugt) ich über die schönen Momente in meinem Leben. Wenn ich jetzt derartige Meldungen lese, kann ich mir das gute Gefühl, des im damaligen Jetzt-Leben recht gut in Erinnerung rufen.
Und spielerisch frage ich mich: das war ja eine gute Sache, warum mache ich das nicht jetzt. Also lässt sich letzten Endes genau eruieren, was mir einmal gefallen hat und was mir noch gefallen könnte.
Andererseits gibt es Erlebnisse, die nur einmal genossen werden können. Wiederholungen hätten nicht den gleichen Impakt. Wenn ich lernen kann, was mir eigentlich gefallen hat, dann weiß ich, wie ich meine Zukunft ausrichten muss.
Wenn ich mich frage, was ich hier und jetzt tun soll, fällt mir allerdings nichts Besseres ein, als jetzt diesen Beitrag zu schreiben.
Die Verwendung des Wortes „man“ für jemanden, den man persönlich kennt, erscheint mir beleidigend. Allerdings verstehe ich dann, warum man über „Thema verfehlt“ so angerührt reagiert.
Und ehrlich gesagt, ist es mir vollkommen wurscht, was jemand kommentiert. Mittlerweilen.
Ich möchte auch keine diesbezüglichen Mails mehr an meine Privatadresse bekommen.
Keine Kommentare notwendig. Die Empfindlichkeit mancher Personen geht mir ganz schön auf den Sack. Künftig werde ich die Kommentarfunktion einfach streichen und für mich selber schreiben. Und dabei ein paar Publikumsbeschimpfungen loslassen.
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Jetzt bin ich einmal sauer. Bis es soweit ist, dauert das normalerweise eine gewisse Zeit. Aber es hält dann auch einige Zeit an.
Vergesst’s mich einfach.
In vielen Kriminalserien – vor allem denen als USA, aber auch in deutschen – gibt es den folgenschweren Satz: „Mord verjährt nicht“.
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Das ist eigentlich bei näherer Betrachtung ein Sch…satz, weil er einen fürchterlichen Materialismus ausdrückt. Wenn nämlich die Seele umgebracht wird, kann das ohne große Schwierigkeiten verjähren, selbst wenn es jahrzehntelange Tortur für das Opfer bedeutet.
Ich schreibe das nach einem Fernsehreport über das Kinderheim am Wilhelminenberg, aber ähnliche Vorgänge gab es in vielen anderen Heimen, auch in dem, was ganz nahe bei unserer Wohnung gelegen war. Wenn die Kinder außerhalb des Heims geführt wurden, hieß es, „das sind die schwererziehbaren Kinder“. Ich selbst hatte keine Ahnung, wie die Kinder innen gequält und auch vergewaltigt wurden.
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Nun denke ich, dass diese Art der Verbrechen ebenfalls nicht verjähren dürften. Rückwirkend ein Gesetz zu ändern geht nur in totalitären System, dafür plädiere ich auch nicht unbedingt.
Man könnte aber die noch lebenden VergewalterInnen (es gab da auch sadistische Frauen unter den ErzieherInnen) zumindest vorführen und ihnen bewusst machen, was sie angerichtet haben. Entweder machen sie sich dann selbst die entsprechenden Vorwürfe oder sie werden in ein einfaches Altersheim gesteckt – ohne besondere Betreuung.
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Aber Verjährung sollte es in Zukunft für diese Art von Verbrechen nicht mehr geben können.
Seit mehr als einem Monat lauf ich jetzt vermutlich mit einer verschleppten Grippe herum. Ein paar berufliche Termine musste ich unbedingt wahrnehmen. Vorgestern war ich bei der Ärztin, die mich zwar beliebig krank geschrieben hätte. Doch eigentlich hatte ich gedacht, dass ich wieder auf dem Damm bin.
Heute habe ich Ohrenschmerzen und fühle mich noch immer grippig. Trotzdem muss ich morgen zur Gesichtswäsche (sprich zu einer Konferenz).
Aber in Serbien habe ich bereits ein Event auf nächstes Jahr verlegt. Da fühle ich mich momentan nicht ausreichend kräftig dafür.
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Es tut mir leid, dass ich meine Leser mit einer derartigen Raunzerei bemühe. Ich glaube, es ist der erste Beitrag dieser Art. Er gehört in die Rubrik: ist das jetzt das Alter?
Denn momentan fühle ich mich wirklich alt und möchte am liebsten aufhören. (zu arbeiten! keine Panik bitte)
Aber wahrscheinlich werde ich in einem Monat schon wieder ganz anders tönen.
