Amüsante Gedanken

Über das sich selbst zu wichtig nehmen:
ich bekenne, dass ich mich selbst zu wichtig nehme. Allerdings mittlerweile auf eine Art, die selbstironisierend funktioniert. Die Überzeugung, dass ich einmal weltberühmt sein werde, ist noch da, aber ich tue eigentlich nichts mehr dafür, damit sie wahr wird. Auch der Wunsch oder das Streben danach hat aufgehört. (Übrigens geniere ich mich nicht dafür. Kleist hat unter diesem Syndrom so sehr gelitten, dass er sich selbst umgebracht hat. Ich aber lebe noch:)

Früher habe ich von meinen Kommentaren Kopien gespeichert, um es einem allfälligen Biographen die Arbeit zu erleichtern. Das mache ich schon lange nicht mehr. Ich stelle fest, dass ich mich in manchen meiner Kommentare wiederhole. Sie sind nicht mehr, als die Niederschrift eines Gesprächs, von dem nur eine Seite gesehen wird.

Aber es amüsiert mich, – angesichts des nicht vorhandenen Datenschutzs – daran zu denken, wie einmal das Internet nach übrig gebliebenen Statements durchforstet werden würde, um irgendetwas über mich zu erfahren.
Dieses Amüsement erfreut mich und beruhigt mich auch. Die Zeit des Nachrennens ist vorbei. Viel gelassener lasse ich jetzt die Dinge auf mich zukommen. Leider sind meine literarischen Fähigkeiten nicht ausreichend, um ein Buch wie „Hundert Jahre Gelassenheit“ verfassen zu können.


  1. Ich strebe ja seit damals, als ich mir beinahe wirklich ein Ohr abgeschnitten hätte um als wirklicher Künstler Furore zu machen, was glücklicherweise aufgrund Feigheit unterblieb, nicht mehr so nach Weltruhm, allerdings, so ein bisserl Koketterie ist da schon noch, ist man doch auch nur Mensch.

    Nachklang im Internet finde ich auch noch, als ich seinerzeit in philosophischen Zirkeln mit Peter Sloderdijk über seinen Begriff von „Menschenmaterial“ gerittert habe, allerdings, bei der Menge was alles an „Bedeutung“ ist verliert sich jede Spur, wiewohl doch vorhanden.
    Aber ehrlich, ist es von Bedeutung?

    Ein Auarell, „Rote Tür“, hat einmal die für mich unvorstellbare Summe von 2.000,- eingebracht (ich wundere mich heut noch), was umgehend ausgegeben wurde, der Erlös einer einzigen Ausstellung (8.000,-) ebenso, Beteiligung an einer Ausstellung in der Albertina, detto.
    Tagesaktualitäten, mehr nicht.

    Wir haben Teil, dies ist nicht unbestritten, aber viel mehr ist es auch nicht.
    Leben ist irgendwie woanders.

  2. also, falls du noch zu lebzeiten berühmt werden solltest, steppenhund, habe ich eine bitte: bitte protegiere mich.

  3. Ich kenne jemanden, der wiederum jemanden kennt, der Albert Einstein geküsst hat. Bin ich jetzt auch berühmt?




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