Datenschutz

Auf http://orf.at lese ich gerade folgende Mitteilung:
Das Speichern ortsbezogener Daten bei Nutzern von Smartphones hat in Deutschland zu einer neuen Diskussion über den Datenschutz geführt. Bayerns Datenschutzbeauftragter Thomas Kranig forderte vom Computerkonzern Apple genaue Angaben, welche Daten gespeichert und wie sie verwendet würden, wie er der „Süddeutschen Zeitung“ vom Samstag sagte.
Ende vergangener Woche war bekanntgeworden, dass iPhones und iPads mit dem aktuellen Betriebssystem iOS4 regelmäßig den Standort ihrer Nutzer auf dem Gerät speichern und bei der Synchronisierung mit einem Computer auch dort ablegen. Unklar ist, was genau Apple mit diesen Daten bezweckt und inwieweit der US-Konzern sie weiterverarbeitet. Auch bei Android-Handys werden ähnliche Daten gespeichert – allerdings nur wenn der Nutzer das ausdrücklich so eingestellt hat.
Apple erhält Frist bis 10. Mai
Kranig sagte, seine Behörde habe Apple eine Frist bis zum 10. Mai gesetzt, um zu erklären, was das Unternehmen mit den Daten seiner Kunden mache. Sollte Apple diese Transparenz nicht gewähren, „dann können wir etwa Bußgelder von bis zu 300.000 Euro verhängen“. Der Datenschützer verwies darauf, dass auch deutsche Landesbehörden bei amerikanischen Unternehmen durchaus etwas erreichen könnten. „Auch ein großer Konzern, der sich in Deutschland bewegt, muss sich an deutsche Gesetze halten“, betonte Kranig.
FDP-Generalsekretär Christian Lindner erklärte am Osterwochenende, der Fall Apple zeige, dass die Privatheit der Bürger genauso durch Zugriffe des Staates wie von Unternehmen „bedroht“ sei. „Hier liegt eine Herausforderung der Bürgerrechtspolitik, sinnvolle Anwendungen in elektronischen Medien zu ermöglichen, aber zugleich den Schutz der Persönlichkeit zu gewährleisten.“

Ende vergangener Woche?
Nein, nein. Apple hat das schon viel früher dargelegt. Und hier kann man nachlesen, dass es schon viel früher offenkundig war.
In dem englischen Posting steht unter anderem, dass es keinen Traffic (Datenverkehr) zu Apple gegeben hat. Forensische Wissenschafter haben sich schon viel früher darum bemüht, herauszufinden, welche Informationen auszulesen sind.
Ja und kruzitürken! Wie gerne schauen sich doch die Leute Serien wie CSI und andere Kriminalfilme an, wo sie genüßlich verfolgen, wie ein Verbrecher mittels eines einzelnen Bits überführt werden kann. Liegt da der Gedanke nicht nahe, dass eine entsprechende Datenspeicherung vorhanden sein muss.
Es ist schon so: unsere und im speziellen Fall deutsche Politiker sind dumm. Keine naturwissenschaftliche Basisausbildung, wenn man vom Merkelferkel absieht, kein Vorstellungsvermögen, keine Analysefähigkeit. Da ist ja der Berlusconi noch sympathischer. Der stellt sich wenigstens Titten und Mösen vor statt nur immer nach den Wahlstimmen zu schielen.
Wenn ich Apple wäre täte ich auf eine vor einem halben Jahr erfolgte Veröffentlichung hinweisen (leider kann ich den Link nicht auf die Schneele finden) und unschuldig fragen, ob die Realität der PISA-Erkenntnisse bei deutschen Politikern, z.B. einem bayerischen Datenschutzbeauftragten noch schlimmer als bei 16-Jährigen ausfallen würde.
Einpeilen konnte man Handys schon zu einem Zeitpunkt, als sie noch nicht „smart“ waren. Jetzt, wo sie mit dieser Eigenschaft sogar werben, sollte es nicht verwunden, dass in einem Handy mehr an Daten anfällt, als ich öffentlich nach außen tragen möchte. Schließlich sind da meine Emails auch drauf und die könnten noch brisantere Informationen enthalten.
Ende vergangener Woche?
Guten Morgen, Deutschland!


  1. Schlimm ist dabei ja auch wieder, wie die Journaille auf das Thema draufspringt und damit das „einfache Volk“ (im Sinne von „Otto Normalverbraucher“) vollkommen verwirrt.

    Gespräch gestern beim Geburtstag meines Neffen:
    Sie so: „Du hast ja da das Apple-Zeichen auf dem Telefon… hast Du denn jetzt keine Angst, dass da was mit Deinen Daten passiert?“
    Ich so: „Was soll da passieren?“
    Sie so: „Aber die werden doch irgendwo gespeichert!“
    Ich so: „Ja – auf dem Telefon und auf *meinem* Computer – und da muss erst einmal jemand drankommen.“
    Sie so: „Aber es gibt doch Hacker, die kommen doch da rein.“
    Ich so: „Ich weiss, ich bin selbst einer und sorge schon dafür, dass da keiner reinkommt.“
    Sie so: „Ach so…“

    Ich halte das Ganze für einen Sturm im Wasserglas – zumal der User ja mit dem Abnicken der AGB vom OS seinen Segen dazu gegeben haben dürfte (wie war das doch nochmal mit dem Kleingedruckten?).

  2. Ich habe mir gerade „Tron“ angesehen (das Original). Wir sind inzwischen auf dem Weg vom Konsumsubjekt zum Kommerzobjekt wieder ein Stücke weitergekommen. Den Apple-Nutzern und den Politikern kann man keinen Vorwurf machen, sie hängen genauso wie alle anderen im Reality distortion field fest. Nur glaube ich nicht, dass dieses Feld im Besonderen etwas mit Steve Jobs zu tun hat, dieses Feld wird von der menschlichen Gesellschaft und vor allem unserer Wirtschaftsordnung erzeugt: 1. Arbeitet! 2. Schaut fern! 3. Kauft! 4. Goto 1.

    Und dann suche ich noch das Gegenteil des Wortes „denken“. Das scheint es nicht zu geben, genauso wie als Gegenteil von „durstig“ erst das neues Wort „sitt“ erfunden werden musste. Vielleicht sollte man „doofen“ nehmen: ich doofe, du doofst, er dooft…

  3. eben !
    und es macht müde.
    diese ständige dämliche hysterie über alte kamellen.

  4. Merkelferkel ist aber hübsch…

    Ich habe zwar kein Gerät mit einem abgebissenen Apfel. Die Diskussion belustigt mich aber immer wieder: Die Hybris derjenigen, die glauben, wie eminent wichtig doch ihre Daten sind. Sie kommen gar nicht auf die Idee, dass sie es sind, die FB (oder wer auch sonst) überhaupt erst in die Lage versetzen, zu „sammeln“. Wer das nicht möchte, soll doch einfach das Medium meiden. ich verstehe die Entrüstung nicht, die in etwa so blöde ist, als wolle man sich darüber beschweren, dass es beim Kochen warm wird.




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