Archiv für April 30th, 2011
Jetzt werden ja bald wieder die Studiengebühren diskutiert werden.
Wer mich kennt, weiß, dass ich dem Gedanken durchaus nahe stehe. Allerdings wäre ich bereit, studiengebührfreies Studieren zu befürworten, wenn es statt dessen entsprechende Aufnahmeprüfungen gäbe.
Mein Sohn hat mich jetzt auf einen Link aufmerksam gemacht, der kund tut, was man 1869 so als Aufnahmeprüfung für Harvard vorgesehen hatte.
Also abgesehen davon, dass ich kein Griechisch hatte, sind auch die anderen Abschnitte alles andere als einfach. Latein hätte ich wahrscheinlich kurz nach der Matura gepackt.
Bei Geschichte und Geographie hätte ich vielleicht knapp 50% geschafft. Auch bei der Mathematik wäre ich nicht auf 100% gekommen. Die dritte Wurzel händisch ziehen ist ein Hund, außer man darf Logarithmen verwenden, was allerdings nur mit sehr genauen Tafeln geht, wenn man 5 Dezimalstellen ausrechnen soll. (Defakto braucht man nur 4, weil eine 0 ja gegeben ist.)
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Leider steht nicht, wie viel Zeit man dafür hatte. Da muss schon ein ganzer Tag drauf gegangen sein. Oder das weiß das vielleicht jemand?
Ich glaube, dass hier schon etwas ganz anderes abgeprüft wurde: Ausdauer, Einsatz, Bereitschaft, sich auch um Themen zu kümmern, die einem nicht so liegen. Dann könnten auch Wissenschafter heraus kommen, die über den eigenen Tellerrand schauen können.
Und Leute, die so einen Test (oder das aliquote Gegenstück heutiger Ausbildung, aber in gleicher Tiefe) bestehen, ja die dürfen dann auch umsonst studieren!
Auf http://orf.at lese ich gerade folgende Mitteilung:
Das Speichern ortsbezogener Daten bei Nutzern von Smartphones hat in Deutschland zu einer neuen Diskussion über den Datenschutz geführt. Bayerns Datenschutzbeauftragter Thomas Kranig forderte vom Computerkonzern Apple genaue Angaben, welche Daten gespeichert und wie sie verwendet würden, wie er der „Süddeutschen Zeitung“ vom Samstag sagte.
Ende vergangener Woche war bekanntgeworden, dass iPhones und iPads mit dem aktuellen Betriebssystem iOS4 regelmäßig den Standort ihrer Nutzer auf dem Gerät speichern und bei der Synchronisierung mit einem Computer auch dort ablegen. Unklar ist, was genau Apple mit diesen Daten bezweckt und inwieweit der US-Konzern sie weiterverarbeitet. Auch bei Android-Handys werden ähnliche Daten gespeichert – allerdings nur wenn der Nutzer das ausdrücklich so eingestellt hat.
Apple erhält Frist bis 10. Mai
Kranig sagte, seine Behörde habe Apple eine Frist bis zum 10. Mai gesetzt, um zu erklären, was das Unternehmen mit den Daten seiner Kunden mache. Sollte Apple diese Transparenz nicht gewähren, „dann können wir etwa Bußgelder von bis zu 300.000 Euro verhängen“. Der Datenschützer verwies darauf, dass auch deutsche Landesbehörden bei amerikanischen Unternehmen durchaus etwas erreichen könnten. „Auch ein großer Konzern, der sich in Deutschland bewegt, muss sich an deutsche Gesetze halten“, betonte Kranig.
FDP-Generalsekretär Christian Lindner erklärte am Osterwochenende, der Fall Apple zeige, dass die Privatheit der Bürger genauso durch Zugriffe des Staates wie von Unternehmen „bedroht“ sei. „Hier liegt eine Herausforderung der Bürgerrechtspolitik, sinnvolle Anwendungen in elektronischen Medien zu ermöglichen, aber zugleich den Schutz der Persönlichkeit zu gewährleisten.“
Ende vergangener Woche?
Nein, nein. Apple hat das schon viel früher dargelegt. Und hier kann man nachlesen, dass es schon viel früher offenkundig war.
In dem englischen Posting steht unter anderem, dass es keinen Traffic (Datenverkehr) zu Apple gegeben hat. Forensische Wissenschafter haben sich schon viel früher darum bemüht, herauszufinden, welche Informationen auszulesen sind.
Ja und kruzitürken! Wie gerne schauen sich doch die Leute Serien wie CSI und andere Kriminalfilme an, wo sie genüßlich verfolgen, wie ein Verbrecher mittels eines einzelnen Bits überführt werden kann. Liegt da der Gedanke nicht nahe, dass eine entsprechende Datenspeicherung vorhanden sein muss.
Es ist schon so: unsere und im speziellen Fall deutsche Politiker sind dumm. Keine naturwissenschaftliche Basisausbildung, wenn man vom Merkelferkel absieht, kein Vorstellungsvermögen, keine Analysefähigkeit. Da ist ja der Berlusconi noch sympathischer. Der stellt sich wenigstens Titten und Mösen vor statt nur immer nach den Wahlstimmen zu schielen.
Wenn ich Apple wäre täte ich auf eine vor einem halben Jahr erfolgte Veröffentlichung hinweisen (leider kann ich den Link nicht auf die Schneele finden) und unschuldig fragen, ob die Realität der PISA-Erkenntnisse bei deutschen Politikern, z.B. einem bayerischen Datenschutzbeauftragten noch schlimmer als bei 16-Jährigen ausfallen würde.
Einpeilen konnte man Handys schon zu einem Zeitpunkt, als sie noch nicht „smart“ waren. Jetzt, wo sie mit dieser Eigenschaft sogar werben, sollte es nicht verwunden, dass in einem Handy mehr an Daten anfällt, als ich öffentlich nach außen tragen möchte. Schließlich sind da meine Emails auch drauf und die könnten noch brisantere Informationen enthalten.
Ende vergangener Woche?
Guten Morgen, Deutschland!
