Du

Heute wurde mir das Du-Wort angetragen. Mit dem Vermerk (dass der Antragende ja leider der Ältere ist und das daher von sich aus tun muss)
Ich bin ziemlich geehrt, dass ich dieses Du-Worts für würdig erachtet werde.
In der Regel sieze ich auch nur Leute, die mir unsympathisch sind. Oder manchmal Leute hier im Blog in Form einer gewissen spielerischen Verfremdung.
Mit manchen Menschen kann man per Sie sein, obwohl man sie sehr mag. Das gehört dann zu einer bestimmten Form, die extra kultiviert wird.
Je älter ich werde, desto mehr wird mir bewusst, ob es mir wirklich Freude macht, mich mit jemandem zu duzen.
In der Firma sind wir alle per Du, wie das auch in manchen EDV-Firmen von vornherein die Regel ist. Und ich ertappe mich dabei, dass ich manche lieber siezen würde.
In meiner früheren – sehr großen – Firma, war ich bis auf die Vorstände mit allen per Du, auch wenn sie in der Hierarchie höher waren.

Und heute würde ich am liebsten nur mit den Personen per Du sein, bei denen ich in ihrer Gesellschaft nicht das Gefühl habe, allein zu sein.


  1. was für ein schöner letzter satz!

  2. das unangenehme ist ja, dass man ein du nie wieder rückgängig machen kann …

  3. In Vorarlberg verkehrt man mit Fremden grundsätzlich per Du – es sei denn, es wird einem ausdrücklich das Sie angetragen, nachdem man sich näher kennengelernt hat und seine Geringschätzung bezeugen möchte 😉

    (Anders bei Roda Roda, der einen respektlosen Kritiker mit der Zurechtweisung beschied: »Ich verbitte mir, von Ihnen gesiezt werden zu wollen, Sie Arschkappelmuster.«)




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