Nichts

Dreißig Speichen umgeben eine Nabe:
In ihrem Nichts besteht des Wagens Werk.
Man höhlet Ton und bildet ihn zu Töpfen:
In ihrem Nichts besteht der Töpfe Werk.
Man gräbt Türen und Fenster, damit die Kammer werde:
In ihrem Nichts besteht der Kammer Werk.
Darum: Was ist, dient zum Besitz.
Was nicht ist, dient zum Werk.
gewidmet einem Liebhaber des Nichts, dem Dr. Schein
[Ohne Quellenangabe], damit ich nicht gefragt werde, wer das ist, von wem das ist. Aber einige werden es ja wohl kennen.


  1. Eine nur noch antiquarisch z.B. via amazon erhältliche, aber durch ihre schwarzweiß-Fotografien von Natur und Gebäuden sehr ansprechende großformatige (deutsch übersetzte) Ausgabe stammt von Gia-Fu Feng und Jane English. Empfehlenswertes Buch, schön meditativ allein schon zum Anschauen …

  2. Den Himmel im Herzen,
    Wird ihm äußeres Wissen entbehrlich.
    Intuitiv erschließt sich ihm die wahre Wirklichkeit.

  3. Ah, danke lieber immer Wiedervierziger! Zunächst freue ich mich, Sie wiederentdeckt zu haben (with a little help from my friend) & unmittelbar darauf lasse ich mir dieses weise ‚Werk‘ auf der Zunge zergehen…

  4. Ein guter Wanderer läßt keine Spur zurück.
    Ein gutes Redner braucht nichts zu widerlegen.
    Ein guter Rechner braucht keine Rechenstäbchen.
    Ein gutes Schließer braucht nicht Schloß noch Schlüssel,
    und doch kann niemand auftun.
    Ein guter Binder braucht nicht Strick noch Bänder,
    und doch kann niemand lösen.
    Der Berufene versteht es immer gut, die Menschen zu retten;
    darum gibt es für ihn keine verworfenen Menschen.
    Er versteht es immer gut, die Dinge zu retten;
    darum gibt es für ihn keine verworfenen Dinge.
    Das heißt die Klarheit erben.
    So sind die guten Menschen die Lehrer der Nichtguten,
    und die nichtguten Menschen sind der Stoff für die Guten.
    Wer seine Lehrer nicht werthielte
    und seinen Stoff nicht liebte,
    der wäre bei allem Wissen in schwerem Irrtum.
    Das ist das große Geheimnis.

    Ach ja, ich freu mich, dass auch ich Sie wiedergefunden habe…

  5. Ich sitze vor dem Nichts eines Fensters in die Nacht, höre Mahlers Zehnte und freue mich über hier Geschriebenes.




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